EU will Roaming abschaffen – Swisscom nimmt's gelassen

Die EU-Kommission drängt Telekomfirmen, ihre Roaming-Gebühren aufzugeben. Ab 2016 werden die Tarife im Euroraum vereinheitlicht. Die Schweiz zieht vorerst nicht mit, da die Roamingpreise als Nicht-EU-Mitglied einzeln mit den Anbietern ausgehandelt werden müssen.

Eine Frau schaut auf ihr Handy.

Bildlegende: Ist das Telefonieren aus den Ferien bald nicht mehr teurer als zuhause? Keystone

Die EU-Kommission will die Extra-Gebühren für Handy-Telefonate im Ausland schrittweise abschaffen. Telekomfirmen in der EU sollen von Sommer 2014 an freiwillig auf die Berechnung höherer Preise für das sogenannte Roaming verzichten, verlautete aus Kommissionskreisen in Brüssel.

Dafür seien Anreize geplant. Von 2016 an sollen Kunden nach dem Willen der EU-Kommission im europäischen Ausland zu denselben Preisen wie zuhause telefonieren können. Ein Reformpaket für den Telekommarkt will EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes am Mittwoch vorlegen.

Die EU-Telekombranche kritisiert die Pläne heftig. Eine Abschaffung der Roaminggebühren ist in der Schweiz derzeit kein Thema, betont die Swisscom gegenüber SRF. Dies, weil Schweizer Telekom-Anbieter den ausländischen Anbietern die Netznutzung zahlen müssen. Für die Schweiz hätte eine EU-Regelung keine Auswirkungen, so die Swisscom.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Wie weiter mit den Roaming-Gebühren in der Schweiz

    Aus Tagesschau vom 10.9.2013

    Daten-Roaming im Handy ausschalten. Mit diesem Knopfdruck verhindern Sie, dass die Telefonrechnung während den Ferien im Ausland explodiert. Die EU will die Roaming-Gebühren in den EU-Ländern bis 2016 schrittweise abschaffen. Mit diesem Vorschlag geraten auch die Schweizer Telefonanbieter weiter unter Druck.