Zum Inhalt springen

Wirtschaft EZB zeigt sich weiter grosszügig

Die EZB will den Leitzins weiterhin rekordtief auf 0,5 Prozent halten. Zudem seien auch weitere Zinssenkungen und Geldeinschübe denkbar. Dies teilte EZB-Präsident Mario Draghi mit.

Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigt sich dieser Tage besonders grosszügig: Sie hat mitgeteilt, dass sie ihren Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent belässt.

Porträt eines lächelnden Mannes vor einem Euro-Zeichen.
Legende: EZB-Präsident Mario Draghi hat Grund zum Strahlen: Die Inflation in Europa bleibt tief – der Leitzins ebenfalls. Keystone

Und sie geht sogar einen Schritt weiter: Sie zeigt sich bereit, im Falle von Engpässen an Geldmärkten frisches Geld zu liefern. Auf diese Weise könnten sich Banken im grösseren Umfang mit Geld eindecken. Zudem, so teilte EZB-Präsident Mario Draghi mit, sei abermals eine Senkung des Leitzinses denkbar. «Wenn sich die Marktentwicklungen als untragbar erweisen, dann sollte ein derartiges Instrument in Betracht gezogen werden».

Begründet wurde der Entscheid des EZB-Rats mit der allmählich genesenden Wirtschaft. Die wirtschaftliche Erholung sei zu frisch, um ein derartiges Thema auszuschliessen, so der Rat. Mit dem Leitzins beschaffen sich die Banken neues Kapital am Markt.

Inflationsrate verharrt auf tiefem Stand

Die Inflation im Euroraum blieb mit 1,6 Prozent im August tief. Europas Währungshüter könnten daher die geldpolitischen Zügel locker lassen.

Der Finanzmarkt hat mit dieser Entscheidung gerechnet. Zudem hatte die EZB vor zwei Monaten mitgeteilt, sie werde den Schlüsselzins für einen «längeren Zeitraum» nicht anheben.

Volkswirte erwarten, dass die EZB ihre Wachstumsprognose für 2013 von bisher minus 0,6 Prozent leicht nach oben anpasst. Auch die Inflationserwartung für 2013 und 2014 von bisher 1,4 beziehungsweise 1,3 Prozent dürfte jeweils leicht nach oben korrigiert werden – aber deutlich unter dem Zielwert der EZB von knapp 2 Prozent bleiben.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Es wird wohl der EZB nicht viel anderes übrig bleiben, da aber von Grosszügigkeit zu reden, wäre wohl etwas verfehlt. Griechenland und Zypern hängen für sehr lange Zeit (noch) fest am EU Geldhahn, und die meisten Anderen EU'ler dümpeln so im Standgas vor sich hin, es ist also höchst ratsam, das fragile Finanzkrisen-Gebilde EU keinesfalls mit Negativ-Meldungen zu destabilisieren. Die Jugendarbeitslosigkeit allerdings verharrt weiter in einer, leider auch politisch, nicht ganz ungefährlichen Höhe.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen