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Wirtschaft Fed-Chef Bernanke: Geld wird fliessen – Börsen zufrieden

Die amerikanische Notenbank Fed hat ihr Versprechen bekräftigt, die Geldpolitik locker zu halten. Aber nur so lange die Wirtschaft kränkelt. Die Börsen drehten darauf ins Plus.

Gedruckte Geldnoten auf einem Papierbogen, frisch von der Presse.
Legende: Noch will Bernanke den Geldhahn nicht zudrehen. Reuters

Auf absehbare Zeit werde der Kurs der Federal Reserve expansiv bleiben, sagte Fed-Chef Ben Bernanke. Die Arbeitslosigkeit sei weiter hoch und die Inflation gering. Ihre Politik werde die Fed so lange fortsetzen, bis sich der Arbeitsmarkt substanziell verbessert habe. Die Fed tätigt derzeit milliardenschwere Anleihekäufe.

SMI im Aufwind

Bernanke kann sich aber vorstellen, dass er das Kaufprogramm noch in diesem Jahr schrittweise zurückfährt. Ob dies langsamer oder schneller passiert, hängt laut Bernanke davon ab, wie sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten entwickelt. «Es gibt auf keinen Fall einen vorab feststehenden Kurs», so Bernanke.

Bernanke.
Legende: An Bernankes Lippen hängt die Weltwirtschaft. Keystone

Kürzlich hatte Bernanke erklärt, er wolle die Anleihekäufe ab Herbst zurückfahren und dann Mitte kommenden Jahres einstellen. Später hatte er aber gesagt, die US-Wirtschaft brauche noch lange eine extrem laxe Geldpolitik. Bernanke steht den Abgeordneten des Repräsentantenhauses heute Rede und Antwort. Morgen Donnerstag tritt er im US-Senat auf.

Die Ankündigung hat zu einer Erholung des Schweizer Aktienmarktes geführt. Der
SMI kletterte kurzzeitig auf 7927 Punkte. Auch an der Wall Street kamen Bernankes Aussagen an: Die Kurse drehten ins Plus. Der Dax in Frankfurt baute bis zum Nachmittag seine Gewinne wieder aus und stieg um 0,55 Prozent auf 8246 Punkte.

3 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Während der Staat Geld auf Pump und aus der Notenpresse ausgeben muss, damit die Wirtschaft nicht absäuft, horten Unternehmen Geld wie noch nie. Der Geldkreislauf kann so nicht funktionieren. Das Horten zwingt zur inflationären Geldmengenausweitung und zu Staatsausgaben auf Pump, um eine Deflation zu verhindern. Not-wendig ist eine Liquiditätsabgabe oder Umlaufsicherung, wie es Silvio Gesell forderte. Siehe "Unternehmen horten viel Liquidität" !
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  • Kommentar von Cyril Misev, Breitenbach
    Übersetzung: Die Happy-Hour des billigen Alkohols (Geldes) wird verlängert, solange die Partygänger (Wirtschaft) durch die Gegend torkeln und noch nicht richtig gehen können. Angesichts dessen, dass die benebelten Partygänger keinen Anlass für Nebenwirkungen sehen, haben sie erleichtert auf die Ankündigung reagiert, denn es ist unbestritten dass ohne die Happy-Hour jetzt Katerstimmung herrschen würde.
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    1. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Sie haben das wunderschön zusammengefasst. Das ist Poesie. Ich kannte mal ein Computerspiel "Stronghold", wo man eine Burg bauen musste und die Leute verwalten. Solange man den Leuten Alkohol gab - waren sie glücklich, egal wie sehr man sie folterte, unterernährte oder schickanierte :D
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