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Wirtschaft Feuchter Sommer vermiest Bauern die Getreideernte

Der Schweiz droht ein Brotmangel: Der warme und feuchte Sommer liess das Korn bereits auf der Ähre reifen. Ein Fünftel des Brotweizens ist nicht mehr für die Brotherstellung verwendbar. Die Bäckereien sind nun auf Getreideimporte angewiesen.

Weizenfeld
Legende: Schlechte Ernte: Die Schweiz braucht 10'000 Tonnen Getreide aus dem Ausland. Keystone

Warm und vor allem feucht war der Sommer. Feuchter als es den Bauern lieb sein konnte: Schon vor der Ernte fing das Korn zu reifen an. Stephan Scheuner von der Branchenorganisation swiss granum erklärt: «Das Getreide hat auf der Ähre gekeimt und ist somit für die Brotherstellung nicht mehr verwendbar.»

Ein Fünftel des Schweizer Brotweizens ist vom sogenannten Auswuchs betroffen. Bei Roggen sind es sogar drei Viertel der Ernte. Dieses Getreide taugt nur noch als Futter für die Tiermast.

Massive Einbussen

Das Nachsehen haben die Produzenten. Für Futtergetreide erhalten sie einen deutlich geringen Preis. Bis zu einem Drittel beträgt der Preisabschlag, sagt Fritz Glauser, Präsident des Schweizerischen Getreideproduzentenverbands. «Das ist sehr bitter. Bei unserem Einkommen zählt jeder Franken.»

Ein Problem haben aber nicht nur die Produzenten. Wegen der schlechten Erntequalität sind die Mühlen und die Bäckereien vermehrt auf den Import von Getreide angewiesen. «Wir haben festgestellt, dass die Menge dieses Jahr nicht ausreicht», sagt Scheuner von swiss granum.

Es brauche zusätzlich 10‘000 Tonnen Import-Getreide. Noch beträgt das Zollkontingent 70'000 Tonnen jährlich. Der Bundesrat muss nun entscheiden, ob mehr eingeführt werden kann, damit genug Brotgetreide für alle da ist.

Getreidepreise

2013 kosteten 100 Kilo Brotweizen knapp 50 Schweizer Franken. Der Richtpreis für Futterweizen beträgt für das laufende Jahr 36.50 Franken. Die Weizenbauern müssen bei den vom Auswuchs betroffenen Feldern also eine Einbusse von rund 13 Franken pro 100 Kilo hinnehmen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von werner Braun, Aarau
    na, solange die schweizer milch in china getrunken wird kann es den bauern nicht schlecht gehen. was ich mich frage ist wie ernähren wir jetzt die kühe die diese milch geben, und wie steht die SVP zur selbstversorgung. diese ist nun ja nicht mehr gegeben aufgrund der vielen kühe und der vielen chinesen die schweizer milch trinken. von käse ganz zu schweigen. O.O.
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Nun ja, die Bauern werden solange jammern, bis sie auch dafür Subventionen vom Staat bekommen. Die Lobby in Bern ist stark!!!
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  • Kommentar von Raphael Roth, Bern
    Ich fände es indes gut wenn das Brot auch mal knapp wäreden würde, dann würde man es vielleicht wieder mal wertschätzen. Aber leider kommt sowas in der Schweiz nie vor, sobald etwas knapp wird holt mans aus dem Ausland....
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