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Abgasskandal in den USA Fiat Chrysler droht Busse in Milliardenhöhe

Legende: Video Fiat Chrysler im Visier der US-Behörden abspielen. Laufzeit 2:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fiat Chrysler gerät in den USA wegen möglichen Abgasbetrugs ins Visier der Behörden.
  • Der italienisch-amerikanische Branchenriese steht im Verdacht, bei rund 100'000 Dieselwagen die Emissionswerte gefälscht zu haben.
  • Es drohen Bussen- und Schadenszahlungen von bis zu 4,63 Milliarden Dollar.
  • Fiat Chrysler glaubt, sich im rechtlichen Rahmen bewegt zu haben.

Nach Volkswagen ist in den USA ein zweiter grosser Autobauer wegen möglichen Abgasbetrugs ins Visier der Behörden geraten – es handelt sich dabei um Fiat Chrysler.

Der italienisch-amerikanische Branchenriese stehe im Verdacht, bei rund 100'000 Dieselwagen die Emissionswerte von Stickoxiden gefälscht zu haben, teilte das US-Umweltamt EPA in Washington mit. Es geht konkret um die Software zur Abgaskontrolle, die Fiat Chrysler gegenüber den Regulierern nicht offengelegt und so gegen Umweltgesetze verstossen habe. Ob es sich bei den beanstandeten Programmen um illegale Abschalteinrichtungen handelt, müsse allerdings erst noch ermittelt werden.

Fiat Chrysler muss seine Unschuld beweisen

Betroffen seien gegen 104'000 SUV und Pick-up-Trucks der Typen Jeep Grand Cherokee und Dodge Ram 1500 der Modelljahre 2014 bis 2016 mit 3,0-Liter-Dieselmotoren. Der Hersteller müsse nun belegen, dass er keine verbotene Software einsetze. Der EPA zufolge könnte eine Strafe von bis zu 44'539 US-Dollar je Auto drohen. Insgesamt wären das rund 4,63 Milliarden Dollar.

Fiat Chrysler geht seinerseits davon aus, sich mit der Abgastechnik im legalen Rahmen zu bewegen. In einer Stellungnahme kündigte der Konzern denn auch an, nach dem Regierungswechsel in den USA am 20. Januar im Sinne einer raschen Lösung mit den Behörden kooperieren zu wollen. Man sei enttäuscht über das Vorgehen der EPA.

Zuerst VW und jetzt Fiat?

Bereits im September 2015 hatte die Umweltbehörde den deutschen Autobauer Volkswagen erstmals öffentlich vorgeworfen, in grossem Stil Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert zu haben. Dies stürzte VW in die tiefste Krise seiner Geschichte und führte zu enormen Kosten.

Mittlerweile hat sich der Konzern mit Kunden, Autohändlern, Behörden und dem US-Justizministerium auf Strafen und Entschädigungen in Höhe von über 20 Milliarden Dollar geeinigt. Bei VW waren fast 600'000 US-Diesel-Fahrzeuge betroffen.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Wann muss sich nur eins fragen wer hat nicht betrogen, in der Autoindustrie.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Zuerst ging es gegen die Schweizer Banken und die Steueroasen, nun gehts gegen die Autoindustrie. Immer werden unliebsame US-Konkurrenten ausgeschaltet und die USA selber wäscht Ihre Hände in der Unschuld der Doppelmoral. Das nennen die USA gleichlange Spiesse. Würde die Schweiz oder die EU Bussen gegen US-Firmen oder Staaten wie Delaware oder die Marschallislands in der selben Höhe erlassen hätten wir bestimmt richtig Krieg.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es ist sehr gut, wenn Betrüger zur Kasse gebeten werden. Viele Dieselautos wurden gekauft, weil die Käufer ein umweltschonendes Fahrzeug wollten. Was die Betrüger der Umwelt angetan haben ist gar nicht abzuschätzen. Sie gehörten alle für Jahre hinter Gitter.
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