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Wirtschaft Finanzministerin erwägt stärkere Kapitalpuffer

Banken müssen mehr Eigenkapital ausweisen: Darüber denkt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nach. Die Aktien der Banken gehen auf Talfahrt.

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf äusserte sich in der Sonntagspresse kritisch zu den Eigenkapitalbestimmungen der Banken.

«Wir müssen uns Gedanken machen, ob wir die Eigenkapitalbasis nicht weiter verstärken müssen. Nach den in der letzten Zeit gemachten Erfahrungen scheint mir 4,5 Prozent zu tief», sagte sie laut «Schweiz am Sonntag». Laut den geltenden Bestimmungen muss die Kernkapitalquote 4,5 Prozent der risikotragenden Aktiva betragen.

Das Eidgenössische Finanzdepartement bestätigte diese Information. Allerdings müsste eine höhere Verschuldungsquote erneut durch Bundesrat und Parlament beschlossen werden. «Eine Zwischenbilanz zu den jetzigen Regelungen ist für Februar 2015 geplant», so Sprecher Roland Meier. Noch sei nichts in die Wege geleitet.

Schweizer Banken im Wettbewerbsnachteil

Legende: Video «Das dürfte für die Banken nicht ganz einfach sein» abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.11.2013.

Was würde eine neue Regelung für die Banken bedeuten? SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind dazu: «Die Banken müssten mehr Eigenkapital auftreiben, je nach anvisierter Eigenkapitalquote, 15 Milliarden, 20 Milliarden oder gar noch mehr. Das dürfte für die Banken nicht ganz einfach sein.»

Die Banken haben aber die Möglichkeit, noch mehr Risiken abzubauen. «Das würde dann aber nicht nur das Investmentbanking betreffen, sondern auch die Kreditvergabe allgemein, also auch die Kredite für Schweizer Unternehmen. Das wäre nicht gerade förderlich für die Schweizer Wirtschaft», so Fassbind.

Einbruch der Aktien der Grossbanken

Portfolio-Manager fürchten gemäss Marktkreisen dennoch, dass die Aussagen der Finanzministerin als unmittelbare Forderung verstanden und durchgesetzt werden. In diesem Fall wäre das Börsenjahr 2013 für die Grossbanken erledigt, heisst es. Am Montagmittag stand der Kurs der UBS-Aktie um 3,1 Prozent tiefer. Der Kurs der CS-Aktie gab sogar um 4,7 Prozent nach.

«Die Aktionäre sind verunsichert: Mehr Eigenkapital drückt auf die Renditen», erklärt Fassbind. Komme hinzu, dass internationale Wettbewerbsnachteile entstünden, weil die Banken weniger Gewinne machten. «Das Problem ist auch, dass diese Eigenkapitalquote nicht überall gleich berechnet wird, etwa in den USA ist das völlig anders.»

Gemäss Informationen der «Schweiz am Sonntag» würde eine Erhöhung der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) auf 6 bis 10 Prozent, wie sie Widmer Schlumpf für denkbar halte, sogar das Ende des Investmentbankings bedeuten. Der Leverage Ratio gibt an, wie viel Eigenkapital Banken im Verhältnis zu ihrer Bilanzsumme und einigen darüber hinausgehenden Positionen vorhalten müssen.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    In einem hat BR EWS recht, der Bonitopf soll geschlossen werden und als Eigenkapital sichergestellt werden, denn wenn eine Grossbank konkurs geht sollen auch die Boni Guthaben haften. Die Boni sollten erst ausbezahlt werden wenn die Bank 10 % Eigenkapital ohne Boni Ausweisen kann.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    vier Milliarden hat den beiden Großbanken UBS und CS die unbedachte Äußerung von BR EWS gekostet. Statt zusätzlichen Kapitals für eine größere Sicherheit, hat es unsere Finanzministerin tatsächlich mit zwei Sätzen zustande gebracht Milliarden in den Sand zu setzen. Die Banken strengen sich an und EWS fällt ihnen in den Rücken. Es wäre bitter nötig eine Untersuchung in dieser Sache in die Wege zu leiten.
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Wenn ich mir all diese neoliberalen, casinokapitalistischen Kommentare und den "Aufschrei" der betroffenen fat cats anschaue, so überkommt mich das leise Gefühl das EWS im Kern Recht hat.
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