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Flexible Preise gegen Krise Plötzlich kostet der Skipass nur noch 10 Franken

Legende: Audio «Mehr als 100 Franken kostet kein Tagespass» abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
02:09 min, aus HeuteMorgen vom 23.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Immer weniger Wintersportler und steigende Kosten für die Infrastruktur belasten die Schweizer Skigebiete.
  • Den Bedingungen angepasste Preise sollen zu einer besseren Auslastung beitragen.
  • Wer wie viel für einen Skipass bezahlt, bestimmen Buchungszeitpunkt, Angebot und Nachfrage.

In der Gondel ist es künftig wie im Flugzeug: Jeder Gast zahlt einen anderen Tarif. Buchungszeitpunkt, Angebot und Nachfrage bestimmen immer häufiger den Preis. Diesen Winter setzt erstmals ein Schweizer Skigebiet auf ein solches Preismodell: die Skiarena Andermatt-Sedrun.

Wir möchten mehr Gäste an frequenzschwachen Tagen in das Skigebiet bringen. Und wir möchten auch an den frequenzstarken Tagen eine höhere Wertschöpfung erzielen.
Autor: Stefan KernMediensprecher Skiarena Andermatt-Sedrun

Andermatt-Sedrun setzt deshalb auf flexible Preise. Wenn wenige Wintersportler auf der Piste sind, ist die Tageskarte günstig. 10 Franken kostet sie beispielsweise im Januar, unter der Woche. So sollen zusätzliche Wintersportler auf die Piste gelockt werden.

Die Schmerzgrenze liegt bei 100 Franken

Wenn hingegen alle auf die Piste wollen, dann steigen die Preise, am Wochenende etwa, bei strahlendem Sonnenschein und perfekten Schneebedingungen: «Es gibt grundsätzlich keine Maximalpreise. Das liegt in der Natur des Systems. Aber man kann schon sagen, dass kein Gast mehr als 100 Franken für ein Skiticket in der Region Andermatt-Sedrun wird zahlen müssen.»

Zwar setzen auch andere Skigebiete auf flexible Preise: Laax, das Gebiet Pizol, die Belalp und neu auch Arosa-Lenzerheide. Allerdings tut es keine dieser Destinationen so konsequent wie Andermatt-Sedrun. Die Bergbahnen betreten mit solchen Angeboten Neuland. Sie hoffen, dass Gäste öfters kommen als bisher, und dass sie neue Kunden gewinnen. Für flexible Wintersportler wiederum wird Skifahren im Einzelfall günstiger.

Ob die neuen Preismodelle für die Bergbahnen tatsächlich aufgehen, wird sich Ende Saison zeigen.

Entscheidend ist, was am Schluss unter dem Strich bei den Unternehmen bleibt. Wenn es gelingt, mehr Kunden zu gewinnen, ist es ein Erfolg.
Autor: Ueli StückelbergerDirektor Verband Seilbahnen Schweiz

Egal ob flexible Preise für Tageskarten oder günstige Saisonkarten, die neuen Angebote sind letztlich der Versuch eines Befreiungsschlages. Seit Jahren geht die Zahl der Wintersportler zurück. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Infrastruktur, wie Lifte und Beschneiungsanlagen.

Beispiele für dynamische Preise in anderen Ski-Gebieten

Zermatt«Stundenkarte»: Sie ermöglicht einen zeitlich beschränkten Einsatz im Vormittag. Der ordentliche Preis dieser Karte liegt bei 85 Franken. Bei Rückgabe nach einer, zwei oder drei Stunden erhält der Käufer eine Teilrückerstattung von 30, 20 oder 15 Franken.
Aletsch Arena
«Schgi fer frii»: Vom 8. Dezember bis 14. April fahren Kinder und junge Erwachsene bis 20 Jahre in der gesamten Aletsch Arena an jedem Samstag kostenlos, Skikurs und -ausrüstung inklusive. Ausserdem können Besitzer eines Aletsch Arena Saisonskipasses an je fünf Tagen in den Skigebieten 4 Vallées, Portes du Soleil und San Domenico (I) kostenlos Ski fahren. Zudem besteht diese Saison die Möglichkeit, dass der Kunde selbst ein Angebot machen kann, das die Bergbahnen innerhalb von 24 Stunden annehmen oder ablehnen können.
Pizol/BelalpDie Skigebiete in Blatten-Belalp (Wallis) und Pizol bieten wetterabhängige Tageskartenpreise an. Je ungünstiger die Wetterprognose, desto günstiger wird das Ticket. Bis zu 50 Prozent werden je nach Wetter auf den regulären Preis gewährt. Als Basis dient die Wettervorhersage von SRF Meteo.
Arosa-Lenzerheide«First Minute Deal»: Je früher man sein Skibillet über den Webshop kauft, desto günstiger ist es. Die Preis-Nachlässe variieren je nach Wochentag oder Saison und sind zahlenmässig limitiert.
Westschweiz«Magic Pass»: In der Romandie haben gleich 25 Destinationen zusammen ein gemeinsames Ski-Abo lanciert, darunter Crans-Montana und Leysin. Bis zum 23. April 2017 kostete es 359 Franken, nun beträgt der Preis für Kinder 799 Franken und für Erwachsene 1299 Franken.
Flumserberg«Stundenkarte»: Im Ski-Gebiet kostet diese spezielle Tageskarte 60 Franken. Gibt man diese früher ab, erhält man bis zu 17 Franken zurück.

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