Studie zu Airbnb Fluch in den Städten – Segen in den Bergen

Während die Vermietungsplattform Airbnb in den Städten zu Wohnungsnot führt, sorgt sie für mehr warme Betten in den Bergregionen.

Vorab ein paar Zahlen: Waren es 2014 noch 6000 Wohnungen, die hierzulande über die Internetplattform Airbnb angeboten wurden, sind es heute bereits über 24'000. Das zeigen Zahlen einer Studie des Tourismusinstituts der Fachhochschule Siders.

Private Wohnungen über Airbnb an Touristen zu vermieten ist also im Trend. So sehr, dass sich der Schweizer Mieterverband Sorgen macht und Massnahmen verlangt. Der Hauseigentümerverband hingegen sieht keinen Handlungsbedarf.

Pro

Eine gesetzliche Regelung sei nicht nötig, sagt Hans Egloff, Präsident des Hauseigentümer-Verbandes. Auch weil er den Trend nicht nur in den Städten, sondern auch in den Bergregionen sieht – und diese würden davon profitieren:

  • «Man darf nicht übertreiben und sollte die Relationen etwas wahren. Es gibt in der Schweiz rund 3,6 Millionen Wohnungen. Im Moment sind rund 12‘000 davon auf Airbnb. Das entspricht etwa 0,3 Prozent.»
  • «Airbnb wächst vor allem im Kanton Graubünden, Bern und im Wallis. Dort ist das positiv. Denn bei den vermieteten Wohnungen handelt sich um Zweitwohnungen. So werden aus kalten Betten warme oder zumindest wärmere.»

Contra

Michael Töngi, Generalsekretär des Mieterverbandes, befürchtet hingegen, dass Wohnungen ganz vom Markt verschwinden, und dies, während in den Städten ein enormer Wohnungsdruck herrsche. Er fordert Massnahmen und klare Regeln:

  • «Über die Vermietungsplattform Airbnb verschwinden vor allem begehrte Wohnungen aus dem Wohnungsmarkt, die bezahlbar sind.»
  • «Für Wohnungen, die vermietet werden, sollte es eine Meldepflicht geben. Wir brauchen Kontrolle darüber, wie viele Wohnungen aus dem Wohnungsmarkt verschwinden.»
  • «Man sollte diese Wohnungsvermietungen zeitlich beschränken, so dass sie für einige Wochen, aber nicht das ganze Jahr über vermietet werden können.»