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Studie zu Airbnb Fluch in den Städten – Segen in den Bergen

Während die Vermietungsplattform Airbnb in den Städten zu Wohnungsnot führt, sorgt sie für mehr warme Betten in den Bergregionen.

Legende: Audio «Ferien in Privatwohnungen über Airbnb buchen ist im Trend» abspielen. Laufzeit 3:27 Minuten.
3:27 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.02.2017.

Vorab ein paar Zahlen: Waren es 2014 noch 6000 Wohnungen, die hierzulande über die Internetplattform Airbnb angeboten wurden, sind es heute bereits über 24'000. Das zeigen Zahlen einer Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster des Tourismusinstituts der Fachhochschule Siders.

Private Wohnungen über Airbnb an Touristen zu vermieten ist also im Trend. So sehr, dass sich der Schweizer Mieterverband Sorgen macht und Massnahmen verlangt. Der Hauseigentümerverband hingegen sieht keinen Handlungsbedarf.

Pro

Eine gesetzliche Regelung sei nicht nötig, sagt Hans Egloff, Präsident des Hauseigentümer-Verbandes. Auch weil er den Trend nicht nur in den Städten, sondern auch in den Bergregionen sieht – und diese würden davon profitieren:

  • «Man darf nicht übertreiben und sollte die Relationen etwas wahren. Es gibt in der Schweiz rund 3,6 Millionen Wohnungen. Im Moment sind rund 12‘000 davon auf Airbnb. Das entspricht etwa 0,3 Prozent.»
  • «Airbnb wächst vor allem im Kanton Graubünden, Bern und im Wallis. Dort ist das positiv. Denn bei den vermieteten Wohnungen handelt sich um Zweitwohnungen. So werden aus kalten Betten warme oder zumindest wärmere.»

Contra

Michael Töngi, Generalsekretär des Mieterverbandes, befürchtet hingegen, dass Wohnungen ganz vom Markt verschwinden, und dies, während in den Städten ein enormer Wohnungsdruck herrsche. Er fordert Massnahmen und klare Regeln:

  • «Über die Vermietungsplattform Airbnb verschwinden vor allem begehrte Wohnungen aus dem Wohnungsmarkt, die bezahlbar sind.»
  • «Für Wohnungen, die vermietet werden, sollte es eine Meldepflicht geben. Wir brauchen Kontrolle darüber, wie viele Wohnungen aus dem Wohnungsmarkt verschwinden.»
  • «Man sollte diese Wohnungsvermietungen zeitlich beschränken, so dass sie für einige Wochen, aber nicht das ganze Jahr über vermietet werden können.»

4 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Die New Economy wird letztlich die Macht etablierter Konzerne zerschlagen und somit auch den Würgegriff der Wirtschaft und deren Ausbeutungstendenzen lösen. Das ist positiv. Das bedeutet aber nicht, dass man auf diesem Gebiet keinerlei Regulatorien braucht. Die Diskussion ist also so lange richtig und wichtig, als sie nicht auf eine komplette Unterdrückung solcher Plattformen abzielt. Alles andere wäre zu durchsichtig...
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das ist die grenzenlose "Freiheit" welche uns immer wieder zeigt, dass alles Vor- und Nachteile hat. Ohne Gesetze geht es nicht, nur mit Gesetzen kann sich jeder innerhalb der Grenzen orientieren. Es ist normal, dass vor allem junge Menschen nach den Grenzen suchen und sie auch immer finden. Es war einmal die Aufgabe der Älteren dies in jungen Jahren zu lehren. Ob es besser ist, wenn man dauernd über seine eigens gebauten Hindernisse stolpern muss +sich dabei auch noch empfindlich zu verletzen?
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    1. Antwort von Ivo Muri (Ivo Muri)
      Danke@MRoe Mussolini nannte die heutige Wirtschaftsform "Konzernismus". Andere nennen Sie internationalen Kapitalismus. Im VWL Lehrbuch der HWV LUzern kann man nachlesen: "So bleibt denn die freie Marktwirtschaft ein Wunschbild. Aufgrund einer Fehlbeurteilung des Menschen trägt sie immer Tendenzen der Selbstzerstörung in sich." Es gelang den Entnationalisierern tatsächlich einmal mehr, die jungen Menschen für ein Ideologie der Freiheit zu begeistern, die auf direktem Weg in die Unfreiheit führt.
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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Am Beispiel Airbnb liesse sich aufzeigen, was die Stärke der föderalistischen Schweizerischen direkten Demokratie sind. Ohne Regeln geht es offenbar nicht. Auch sind die notwendigen Regeln regional und kommunal unterschiedlich. Daraus ergibt sich: Der Bund beschliesst nur, dass die Regeln von den Gemeinden definiert werden dürfen - gibt also den Rahmen vor. Die Kantone dürfen (müssen nicht) ein Regelwerk für Ihre Gemeinden vorgeben. Sie gelten als Berufungsinstanz und entscheiden abschliessend.
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