Flughafen Zürich bot in Portugal am wenigsten

10 Flughäfen in Portugal wollten die Zürcher übernehmen. Doch den Zuschlag erhielt der französische Konzern Vinci. Der Flughafen Zürich hatte nur 2 Mrd. Euro geboten und damit 1 Mrd. weniger als die Franzosen, wie sich nun herausstellt.

Video «Flughafen Zürich: Keine Expansion nach Portugal» abspielen

Flughafen Zürich: Keine Expansion nach Portugal

1:25 min, aus ECO vom 14.1.2013

Die Hoffnungen beim Flughafen Zürich waren gross, zum Jahresende einen grossen Coup landen zu können. Das Zürcher Unternehmen wollte 10 Flughäfen in Portugal übernehmen, die der finanziell gebeutelte portugiesische Staat zum Verkauf ausgeschrieben hatte. Doch der Übernahmeversuch scheiterte: Der Flughafen Zürich bot nur 2 Mrd. Euro, wie Finanzchef Daniel Schmucki nun gegenüber «ECO» verrät. Dieses Angebot reichten die Zürcher in einem Konsortium ein. Zu diesem gehörten auch der brasilianische Strassenbetreiber CCR und das US-Finanzhaus Global Infrastructure Partners.

Den Zuschlag für die portugiesischen Flughäfen, darunter grosse wie in Lissabon oder Porto und kleinere wie auf der Ferieninsel Madeira, erhielt Ende Dezember der französische Bau- und Infrastruktur-Konzern Vinci. Dieser bot 3,1 Mrd. Euro und damit über die Hälfte mehr als die Zürcher. Aber auch die anderen Bieter wollten deutlich mehr zahlen: Die Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt Fraport bot 2,4 Mrd. Euro, ebenso ein Konsortium mit der argentinischen Corporación América.

« Haben realistisches Angebot eingereicht »

«Wir sind nicht der Auffassung, dass wir wenig geboten, sondern ein realistisches Angebot eingereicht haben», sagt Daniel Schmucki über die 2-Milliarden-Offerte des Flughafen Zürichs. Der Finanzchef relativiert aber: «Wir sind konservativ in der Chancen- und Risiko-Beurteilung gewesen. Ob wir zu vorsichtig waren, wird die Zukunft zeigen.» Experten vermuten, dass Vinci so viel geboten hat, um im Geschäft mit dem Betrieb von Flughäfen richtig Fuss zu fassen. Bis jetzt managt der französische Konzern erst einige Flughäfen in Frankreich und Kambodscha.

Video «Flughafen-Finanzchef Daniel Schmucki über Portugal» abspielen

Flughafen-Finanzchef Daniel Schmucki über Portugal

0:55 min, vom 11.1.2013

Für den Flughafen Zürich war es die zweite Niederlage im vergangenen Jahr: Anfang 2012 bot er für drei Flughäfen in Brasilien mit, ging aber ebenfalls leer aus. Die Zürcher halten trotzdem auch künftig Ausschau. «Wir wollen international wachsen, aber nicht um jeden Preis», sagt Schmucki. «Wir fokussieren uns auf die Märkte Lateinamerika, Südostasien, Indien sowie Süd- und Osteuropa.» Aktuell sei derzeit aber nichts. Der Flughafen Zürich betreibt bereits den Flughafen im indischen Bangalore und ist bei 9 anderen in Lateinamerika engagiert.

2012 mit Passagierrekord

Trotz der Niederlage in Portugal kann der Flughafen Zürich heute gute Neuigkeiten vermelden: 2012 wurden 24,8 Millionen Passagiere in Zürich abgefertigt - ein neuer Rekord. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Zuwachs von 1,9 Prozent.

Heute im TV

Der Kurzbericht in «ECO»

22.20 Uhr, SRF 1