Flughafen Zürich: Grosse Zufriedenheit trotz kleinem Gewinn

Im ersten Halbjahr 2013 ist der Gewinn am Flughafen Zürich um fast 90 Prozent eingebrochen, dazu kommen Streitigkeiten mit den Fluggesellschaften über höhere Gebühren. Die Unternehmensleitung gibt sich trotz allen Widrigkeiten ungebrochen optimistisch.

Flughafen Zürich

Bildlegende: Der Flughafen Zürich ist auf Kurs. Keystone

Die Flughafen Zürich AG hat im ersten Halbjahr 2013 eigentlich gut gewirtschaftet: Der Umsatz verbesserte sich um 2,7 Prozent auf 469,4 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn (Ebit) blieb mit 134,3 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der Reingewinn jedoch brach wegen eines Einmaleffekts um 87 Prozent auf 10,1 Mio. Fr. ein.

Teures Geld aus Japan

Der einmalige Finanzaufwand betrifft die Rückzahlung eines alten japanischen Darlehens. Er belastete das Ergebnis mit 73,3 Mio. Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Unter Ausklammerung des Effekts wäre der Gewinn um 4 Prozent gewachsen. Thomas Kern, CEO des Flughafens Zürich, zeigte sich gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» zufrieden mit dem Gewinn und erleichtert, dass eine Altlast vom Tisch ist. «Kurzfristig belastet die Rückzahlung des Darlehens den Gewinn, langfristig können wir aber unsere Kapitalkosten senken und das macht uns wettbewerbsfähig.»

Das Darlehen einer japanischen Pensionskasse im Umfang von rund 400 Millionen Franken musste der Flughafen zu 5,7 Prozent verzinsen. Es war zu Zeiten des Swissair-Groundings eine der wenigen Möglichkeiten gewesen, überhaupt an Geld zu kommen. Heute bezahlt der Flughafen für ein ähnliches Darlehen mit Geld aus der Schweiz nur noch 1, 5 Prozent Zinsen.

Gebührenerhöhungen: «Viel Lärm um wenig»

Im ersten Halbjahr beschäftigten den Flughafen ausserdem die Verhandlungen mit den Fluggesellschaften über höhere Passagiergebühren. Weil die Verhandlungen scheiterten, muss nun der Bund entscheiden. Derweil denkt der wichtigste Kunde des Flughafens, die Swiss, über ein eigenes Terminal nach. Laut Thomas Kern ein unrealistisches Vorhaben, da bis 2051 der Flughafen im Besitz der dazu nötigen Konzession ist.

Generell findet CEO Thomas Kern, «dass viel Lärm um eigentlich wenig» gemacht werde. Die Erhöhungen würden äusserst moderat ausfallen. Weil per Januar 2014 zudem der sogenannte «Lärmfünfliber» wegfällt, würden unter dem Strich die Gebühren sogar weniger werden.

Weniger Flüge

Bereits Mitte August gab die Flughafen-Gruppe die Angaben zum Passagieraufkommen bekannt. Die Anzahl Passagiere stieg bis und mit Juli um 0,2 Prozent auf 14,31 Millionen. Die Anzahl Flugbewegungen ging gleichzeitig um 3,3 Prozent zurück. Dies deshalb, weil die Flugzeuge immer grösser werden.

Für 2013 geht der Flughafen Zürich weiterhin von einem stagnierenden, höchstens moderaten Wachstum beim Passagieraufkommen aus, bei einer rückläufigen Anzahl Flugbewegungen. Unter Ausklammerung der Sondereffekte soll das Betriebsergebnis leicht über dem Vorjahr zu liegen kommen.