Frankreich befürchtet Verlust von Alstom

In Frankreich herrscht Aufregung: Der US-Konzern General Electric will offenbar den Technikkonzern Alstom übernehmen. Die Alstom-Führung tagt offenbar zum Angebot – die Regierung hingegen versucht mit allen Mitteln, den Verkauf zu verhindern.

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Auch die Schweiz wäre betroffen

1:34 min, aus Tagesschau vom 25.4.2014

In Frankreich steigt die Spannung um die Zukunft des in der Krise steckenden Technik-Konzerns Alstom. Am Donnerstag waren Gerüchte aufgekommen, dass der US-Mischkonzern General Electric (GE) das französische Unternehmen übernehmen möchte.

Die Führungsspitze von Alstom will offenbar über ein mögliches Übernahme-Angebot von GE beraten. Zu der angeblich geplanten Offerte wollte sich die Firma aber erst später äussern. Das schreiben die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters unter Berufung auf Insider.

Panik in Frankreich

Am Morgen ist der Handel mit Alstom-Aktien an der Pariser Börse Euronext auf Anordnung der Börsenaufsicht vom Handel ausgesetzt worden. Frankreich hat Bedenken gegen eine Übernahme angemeldet.

Aus nationalen Gründen befürchte man den Verlust eines «grossen Entscheidungszentrums», sagte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg der Zeitung «Le Monde». Alstom stehe für die industrielle Stärke Frankreichs und französischen Erfindergeist. Es bestehe die Gefahr, dass man ein Zentrum wirtschaftlicher Entscheidungen verliere, so der Wirtschaftsminister. Er werde dem GE-Chef seine Bedenken mitteilen. Frankreich arbeite an anderen Plänen für Alstom.

Bloomberg hatte bereits in der Nacht berichtet, GE wolle den französischen Hersteller von Zügen und Energietechnik für 13 Milliarden Dollar übernehmen. GE habe sich bereits die Unterstützung des französischen Mischkonzerns Bouygues gesichert, der 29 Prozent an Alstom hält.