Franzosen stellen Haftbefehl für Schweizer Bankier aus

Zwei Richter haben gegen den Gründer des Bankhauses Reyl Haftbefehl erlassen. Er war nicht zur Vorladung erschienen.

Französische Untersuchungsrichter haben gegen den Gründer der Genfer Privatbank Reyl Haftbefehl erlassen. Dominique Reyl war einer Vorladung nach Frankreich zu Ermittlungen wegen Steuerbetrugs nicht nachgekommen.

Durch seinen Anwalt hatte sich Reyl mit einem Schreiben entschuldigen lassen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Offenbar waren die Gründe für Reyls Fernbleiben aber nicht überzeugend genug. Deshalb erliessen die Richter nun Haftbefehl gegen Reyl.

Ominöse geheime Konten

Die Bank Reyl bezeichnet die Massnahmen als ungerechtfertigt. Gegen Vater und Sohn Reyl war bereits im Zusammenhang mit einem Geheimkonto des früheren französischen Budgetministers Jérôme Cahuzac ermittelt worden.

Die französische Justiz versucht mit der Befragung Reyls dem Mechanismus auf die Spur zu kommen, mit dem die Genfer Bank vermögenden Franzosen Geheimkonten eröffnete. Deshalb läuft aktuell gegen den Generaldirektor ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäscherei im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung.