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Serie: Wie ticken die Chefs? Frauen an der Wirtschaftsspitze: Das Mittelalter machts vor

Unter den CEOs der 20 SMI-Firmen befindet sich keine einzige Frau. Und auch in den übrigen Schweizer Chefetagen sind Frauen deutlich untervertreten. Das war nicht immer so: Im Mittelalter lag die wirtschaftliche Macht mancherorts in Frauenhand.

Legende: Video Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis? abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.12.2016.

Es war einmal... da hatten die Frauen das Sagen: Nämlich die Äbtissinnen im Zürcher Fraumünster. Dass ein Kloster komplett den Frauen gehörte, ist weltweit einzigartig. Das Fraumünster ist denn auch Schauplatz des vierten Teils der «SRF Börse»-Spezialserie, in welcher den Chefinnen von heute auf den Zahn gefühlt wird. Im Mittelalter galt die Äbtissin als «Stadtherrin» und hatte einen enormen politischen und ökonomischen Einfluss. Wie heute die Chefin der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, konnte sie Geld drucken. Im 13. Jahrhundert begann der Einfluss der Klosterfrauen zu bröckeln. Und die Zeiten, in denen die wirtschaftliche Macht in Frauenhand lag, sind bis heute Vergangenheit.

Chefinnen – eine Seltenheit: Gerade in der Schweiz sind Chefinnen besonders rar. Gemäss einer Credit-Suisse-Studie sind Frauen in Schweizer Chefetagen nur halb so stark vertreten wie im weltweiten Durchschnitt. Im sogenannten Senior Management ist der Frauenanteil in den letzten zwei Jahren gar um etwa ein Drittel auf bloss noch 5,8 Prozent gesunken. Das Problem: Frauen sind vor allem in Funktionen vertreten, von denen es keinen weiteren Aufstieg mehr gibt, etwa in der Personalabteilung oder im Marketing. Doch Marketing- oder Personalleiterinnen werden kaum CEO.

Mehr Frauen, mehr Profit: Dabei wären die Frauen in der Konzernleitung viel Geld wert. Verschiedene Studien belegen, dass Unternehmen mit weiblichen Führungskräften eine höhere Eigenkapitalrendite und eine höhere Dividendenausschüttung erreichen. Auch Monika Ribar, Verwaltungsratspräsidentin der SBB, ist überzeugt: «Gruppen, in denen Menschen mit unterschiedlichen Ideen und Sichtweisen arbeiten, treffen die besseren Entscheidungen. Und dazu gehören eben auch Frauen mit ihrem Know-how und ihrer anderen Art, die Dinge anzusehen.»

Das Erfolgsrezept: Was ist nun das Geheimnis derjenigen Frauen, die es an die Spitze geschafft haben? «Sich mit Menschen zu umgeben, die etwas erreichen wollen und bereit sind, anzupacken», verrät Suzanne Thoma, Konzernchefin der BKW. Auch Magdalena Martullo-Blocher, Chefin der Ems-Chemie, zählt auf ihr Team: «Ich versuche, die wichtigsten Ziele zu setzen und arbeite dann zusammen mit meinen Leuten daran, diese auch zu erreichen.» Post-Chefin Susanne Ruoff setzt auf Zuhören: «Mir ist wichtig, zu verstehen, was mein Gegenüber wirklich meint. Und diese Eigenschaft hat mir schon oft in heiklen Situationen geholfen, eine Lösung zu finden.» Chefinnen sind also keine Einzelkämpferinnen.

Alle Sendungen der «SRF Börse»-Spezialserie finden Sie hier.

«SRF Börse»-Spezialserie

In einer vierteiligen Serie will «SRF Börse» wissen, wie die Chefs grosser Unternehmen ticken. So beantworten unter anderem UBS-Chef Sergio Ermotti, Roche-Chef Severin Schwan, oder SBB-Präsidentin Monika Ribar Fragen zu ihrem Führungsstil, ihren Vorbildern und Erfolgsgeheimnissen.

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Mehr zum Thema sehen Sie heute Abend in der Sendung «SRF Börse» um 19.25 Uhr auf SRF1.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Da es das Mittelalter nicht mehr gibt, koennte Mann darauf schliessen, dass die Fuehrungen versagt haben...oder? (...NICHT so ernst gemeint!!!!.. allen ein gutes Neues!)
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Abenteuerliche Story. Im Artikel steht dass die Art, die hier als Vorbild herhalten muss im Zürcher Fraumünster weltweit einzigartig war. Mit andern Worten was der Artikel wirklich sagt ist, dass wir heute viel mehr Macht in Frauenhänden haben als damals. Also brauchen wir gar kein Vorbild. Schon gar nicht ein solches. Niemand will doch im Ernst rückwärts. Nicht einmal Erzkonservative. Alles klar?
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Den Mann ( und wie Dölf Meier sogar mit "biologischen Werten und Eigenschaften") als CEO-fähiger einzustufen und damit über die Frau zu stellen, erinnert doch sehr stark an Gesinnungen, die von denselben Leuten angeprangert werden.
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      Nach wie vor bin ich der Meinung keine erzwungenen Frauenquoten,der Tüchtigere soll gewinnen,ob Mann oder Frau,am Ende wären die Frauen die Verlierer weil sie unter dem Quotensieg den Respekt und die Glaubwürdigkeit verlieren würden
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    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      veritas, ich nehme an, Ihr Kommentar hätte nicht als Antwort, sondern selbständig erscheinen sollen. Von Quoten halte auch ich nichts, ich stehe auf der Seite eines fairen fachlichen und qualitativen Wettbewerbs. Der setzt voraus, dass das Geschlecht und die traditionellen Frauenrollen unbeachtet bleiben.
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