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Freiwillige Arbeit In der Schweiz gibt es mehr unbezahlte Arbeit als bezahlte

  • Die gesamte im Jahr 2016 geleistete unbezahlte Arbeit wird auf einen Geldwert von 408 Milliarden Franken geschätzt.
  • Dies zeigen die neuen Zahlen zum Satellitenkonto Haushaltsproduktion des Bundesamtes für Statistik (BfS).
  • Im Jahr 2016 haben in der Schweiz Menschen ab 15 Jahren (gesamte ständige Wohnbevölkerung) insgesamt 9,2 Milliarden Stunden unbezahlt gearbeitet.

Im Durchschnitt leistete jede Person 1320 Stunden pro Jahr. Im Vergleich dazu wurden 7,9 Milliarden Stunden von der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren bezahlt gearbeitet.

Die Frauen übernehmen 61,3 Prozent des unbezahlten Arbeitsvolumens. Beim bezahlten Arbeitsvolumen ist dafür der Anteil der Männer bei 61,6 Prozent.

Die gesamte, im Jahr 2016 geleistete unbezahlte Arbeit wird auf einen Geldwert von 408 Milliarden Franken geschätzt. Die Hausarbeit macht den grössten Anteil aus mit 293 Milliarden Franken oder rund 72 Prozent des Gesamtwertes. Die Betreuungsaufgaben werden auf 81 Milliarden oder 20 Prozent des Gesamtwertes geschätzt, die institutionalisierte und informelle Freiwilligenarbeit zusammen auf 34 Milliarden Franken oder 8 Prozent des Gesamtwertes.

Legende:
Anteil am Gesamtvolumen der geleisteten unbezahlten Stunden in Prozent nach Aufgabenart Bundesamt für Statistik

Dabei fällt mehr Zeit auf die informelle Freiwilligenarbeit (436 Millionen Stunden) als auf die institutionalisierte Freiwilligenarbeit (224 Millionen Stunden).

Frauen insgesamt mehr belastet

Frauen übernehmen am meisten Zeit für Haus- und Familienarbeit – insgesamt sind dies rund 28 Stunden pro Woche. Bei den Männern sind dies rund 10 Stunden weniger pro Woche.

Die Statistiker haben bei der Arbeitskräfteerhebung 2016 für die letzten Jahre aber eine langsame Annäherung festgestellt: Frauen leisteten gegenüber 2010 knapp eine Stunde mehr bezahlte Arbeit pro Woche. Allerdings blieb ihr Aufwand bei der Haus- und Familienarbeit stabil.

Die Männer erledigten gegenüber 2010 1,7 Stunden mehr Haus- und Familienarbeit – der Zeitaufwand für bezahlte Arbeit ging im gleichen Zeitraum um 1,2 Stunden zurück.

Zusammengenommen machen die bezahlte Erwerbsarbeit und die unbezahlte Haus-, Familien- und Freiwilligenarbeit für Mütter in Paarhaushalten mit jüngstem Kind unter 15 Jahren 69,6 Stunden pro Woche aus. Väter hätten in der gleichen Familiensituation nur eine Arbeitsbelastung von 68,8 Stunden pro Woche, so das BFS.

Grundlage Satellitenkonto

Bei der Schätzung des fiktiven Geldwertes der unbezahlten Arbeit wird berechnet, wie viel die privaten Haushalte einer über den Markt engagierten Person für die Ausführung dieser unbezahlten Tätigkeiten bezahlen müssten. Als Vergleichsgrössen dienen die durchschnittlichen Arbeitskosten nach Berufsgruppen.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Kuriger (Marcel Kuriger)
    Diesen Unsinn, den uns da das BfS auftischt, müssen wir mit Mitteln aus bezahller Arbeit noch finanzieren.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Da wird ein Thema an den "Haaren" herbeigeredet. Tatsache ist, dass wir ca. 8 Stunden am Tag für Lohn arbeiten, leben tun wir aber 24 Stunden. Dann gibt es auch noch Menschen, die leben sogar während sie arbeiten, oder arbeiten wenn sie leben. So ein Quatsch kann nur ein "Studierter" aufbringen.
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Also Ich habe die genauen Fragen gefunden. Abgesehen von der Sprache (schaffe statt Arbeiten usw.) ist interessant, dass Tätigkeiten die eher von Männern ausgeübt werden darin zwar vorkommen (Reparatur und Garten arbeiten), jedoch mit anderem vermengt werden, reparieren mit «lismen» und schneidern zum Beispiel. Es macht den Eindruck als wären die Fragen darauf angelegt der Durchschnittsfrau immer eine andere Antwort als «Null» (es wird nach Zeit gefragt) zu ermöglichen.
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