Früherer UBS-Händler im Libor-Skandal angeklagt

Händler mehrerer Banken sollen von 2006 bis 2010 den Libor-Zinssatz manipuliert haben. Nun ist die erste Anklage erfolgt.

Über einem Stuhl häng eine Jacke mit der Aufschrift UBS. Der Stuhl gehört zu einem Arbeitsplatz in einer Bank.

Bildlegende: Der nun angeklagte Händler hatte dereinst bei der UBS gearbeitet. Keystone

Im Skandal um die Manipulation des Zinssatzes Libor ist erstmals Anklage erhoben worden. Die Anklage richtet sich gegen einen ehemaligen Händler der UBS und der Citigroup. Ihm werde in acht Anklagepunkten Verschwörung zum Betrug vorgeworfen, teilte die britische Behörde gegen Finanzbetrug (SFO) mit.

Ob sich die Anklagepunkte nur auf seine Zeit bei der UBS oder auch auf seine Tätigkeit für die Citigroup bezogen, ist unklar.

Handelsgewinne dank falscher Libor-Kurse

Dem Angeklagten und anderen Händlern verschiedener Banken wird vorgeworfen, zwischen 2006 und 2010 die wichtigsten Referenzzinssätze für die Finanzwelt auf illegale Weise mit Eingaben manipuliert zu haben. Andere Banker seien dazu angestiftet worden, dies ebenfalls zu tun. Dadurch konnten sie hohe Handelsgewinne erzielen.

Der Banker arbeitete von 2006 bis Ende 2009 für UBS und wechselte danach zur Citigroup. Die SFO hatte ihn sowie zwei weitere Händler bereits im Dezember verhaftet und verhört.

Der Libor-Zinssatz

Der Referenzzinssatz Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Von ihm hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Er wird einmal täglich ermittelt und beruht auf Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten.