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Führungswechsel bei Novartis «Wir müssen unbürokratischer werden»

Legende: Video Vasant Narasimhan zur Firmenkultur von Novartis abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.01.2018.

Nach zwei Übergangsjahren hat der Basler Pharmakonzern Novartis bereits im vierten Quartal zum Wachstum zurückgefunden. Dies freut nicht nur den abtretenden CEO Joseph Jimenez, sondern ist auch eine gute Ausgangslage für dessen Nachfolger, Vasant Narasimhan. Er sieht trotzdem Verbesserungspotenzial.

SRF: Novartis präsentiert für 2017 gute Zahlen. Das ist wie ein warmer Empfang für Sie als neuer Konzernchef.

Vasant Narasimhan: Ja, wir haben wirklich ein gutes Jahr hinter uns. 16 neue Medikamente haben die Behörden zugelassen. Zwei davon haben sehr stark zugelegt. Das hat auslaufende Patente und damit verbundene Einnahmeausfälle kompensiert. Hinzu kamen noch Sparanstrengungen, die Früchte trugen.

Trotz guter Zahlen gibt es eine Baustelle: Das Generika-Geschäft. Da sind die Umsätze stark unter Druck.

Wir müssen hier unterscheiden: Bei den oral verabreichten Generika ist die gesamte Branche unter Druck. Das hat vor allem mit den USA zu tun, wo alle die Preise senken mussten. Bei den komplexeren Medikamenten, den Biosimilars, also jenen, die biotechnologisch hergestellt werden, sieht es anders aus. Da sind wir gut unterwegs.

Die Mitarbeitenden auf allen Stufen müssen merken, dass ihr Können und ihr Wissen gefragt ist und dass sie weniger auf Befehle von oben warten sollen.
Autor: Vasant NarasimhanDesignierter Konzernchef Novartis

Sie haben bei der Präsentation viel von digitaler Strategie und einer neuen Unternehmenskultur gesprochen. Was meinen Sie damit?

Wenn wir sehr viel Prozesse digitalisieren, dann werden wir schneller bei der Entwicklung neuer Produkte und ich hoffe, auch besser. Wir können Patientendaten miteinander verknüpfen oder kommen Wirkstoffen schneller auf die Spur. Damit Erkenntnisse aber schneller umgesetzt werden können, müssen wir auch die innerbetriebliche Kultur verbessern. Wir müssen unbürokratischer werden. Die Mitarbeitenden auf allen Stufen müssen merken, dass ihr Können und ihr Wissen gefragt ist und dass sie weniger auf Befehle von oben warten sollen.

Was versprechen Sie sich von mehr Digitalisierung und dieser neuen Kultur?

Weniger Kosten auf der Forschungsseite, bessere Medikamente für die Patienten und natürlich auch ein noch besseres Geschäftsergebnis.

Das Gespräch führte Massimo Agostinis.

Vasant Narasimhan

Vasant Narasimhan

Der 1976 geborene Vasant Narasimhan wird am 1. Februar die Nachfolge von Konzernchef Joe Jimenez antreten. Der US-Amerikaner ist Arzt und verfügt über einen Master-Abschluss in Public Policy und ein abgeschlossenes Medizinstudium von der amerikanischen Eliteuniversität Harvard. Narasimhan ist Mitglied der Geschäftsleitung von Novartis und seit 2007 beim Konzern. Er wohnt in Basel und ist Vater von zwei Kindern.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Es wird zwar wenig thematisiert, doch die chemische-medikamentöse Therapie ist ein bisschen wie die Agrarchemie. Es macht auch hier Sinn, weniger ist mehr, es geht auch anders und oft ohne und die Medizin auf die Einnahme von Medikamenten zu reduzieren gehört zur gleichen Kategorie wie die Vorstellung ''l'homme machine. Medizin ist nicht gleich Heilkunde. In der Heilkunde hat die Pharmakotherapie mit Chemie ihren Platz ... das geht gerne und erneut vergessen.
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