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Wirtschaft Fusionierter Zementriese Lafarge Holcim mit schwachen Zahlen

Lafarge Holcim ist nach der Fusion schlecht gestartet. Umsatz und Gewinn sanken deutlich. Besonders der Abschwung in Brasilien und China macht dem Zement-Weltmarktführer zu schaffen.

Legende: Video Schwächere Nachfrage nach Zement inbesondere in Schwellenländern abspielen. Laufzeit 0:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.11.2015.

Der Zementriese Lafarge Holcim hat zum ersten Mal seit seiner Fusion aus der französischen Lafarge und der Schweizer Holcim gemeinsame Zahlen präsentiert. Diese fallen schwach aus: Verglichen mit dem Vorjahr sanken sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn.

Der Umsatz sank im dritten Quartal um 8,7 Prozent auf 7,83 Milliarden Franken. Das operative Ergebnis, bereinigt um die Fusionskosten, liegt gar um 16,1 Prozent tiefer bei 1,64 Milliarden Franken. Für den Vergleich mit der Vorjahresperiode wurden hypothetische Vorjahreszahlen berechnet – so als wäre die Fusion schon ein Jahr früher erfolgt. Die vorgelegten Zahlen sind tiefer als Analysten erwartet hatten. Auch über die ersten neun Monate gesehen sind die Zahlen deutlich rückläufig.

Abschwung in Brasilien und China

Zu schaffen macht dem Zementriesen der Abschwung in Brasilien und China sowie ein Mangel an Infrastrukturprojekten in Indien. Hinzu kamen negative Währungseffekte. Auch die Fusion selbst verursachte Kosten, wie der Konzern mitteilte: «Die ersten neun Monate dieses Jahres und insbesondere das dritte Quartal wurden von den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einigen unserer grossen Märkte sowie deutlich negativen Währungsschwankungen beeinflusst», erklärt Lafarge Holcim-Chef Eric Olsen das Ergebnis.

Zudem habe der Abschluss der Fusion zu Einmalkosten und organisatorischen Veränderungen geführt, deren Vorteile bereits im nächsten Jahr spürbar sein sollen. Nach umfangreichen Vorbereitungen sei der eigentliche Integrationsprozess im dritten Quartal lanciert worden. Man habe begonnen, das «solide Fundament für unser neues Unternehmen zu legen», so Olsen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von A Züger (zua)
    Ist da nicht ein Tippfehler im Titel? Ursachen- und Folge richtig müsste es doch heissen: "WEGEN Fusion: Zementriese Lafarge Holcim mit schwachen Zahlen". Die unproduktiven Kosten sind (fast) sicher gestiegen, die laufen unter Namen wie "Integrationskosten", "Change-Management", "Strategieanpassungen", etc. In jedem Falle bindet das viele Leute über Jahre in die Konzernzentrale, die es vor der Fusion alle nicht gab.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Diese Zahlen dürften der Unternehmensleitung wohl eher weniger Kopfzerbrechen bereiten als es das Foto suggeriert. Dieser Konzern ist so mächtig, dass er im Bausektor bald dieselbe Macht hat wie einzelne Internetgiganten. Sein Einfluss auf die Politik jedes einzelnen Landes wird deutlich spürbar sein - nicht zum Vorteil einer gesunden Entwicklung von Immobilien- und Arbeitsmarkt und sozialem Gefüge.
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