Fussball-Weltmeister gewinnen auch an der Börse

In zehn Tagen ist der Anpfiff zur Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Das Spiel um die Trophäe löst grosse Emotionen aus. Emotionen, die sogar die Börsenkurse beeinflussen können, wie eine Studie der amerikanischen Grossbank Goldman Sachs zeigt.

Fussball-Weltmeister: Dieser Titel bringt einem Land nicht nur Ruhm und Ehre, sondern führt zumindest am Anfang auch zu kräftigen Kursgewinnen an den Aktienmärkten im Land des Gewinners.

Fussballfans feiern 2010 den Sieg von Spanien.

Bildlegende: Im Land des Fussball-Weltmeisters wird der Börsenkurs positiv beenflusst – zuletzt war das in Spanien der Fall. Keystone

3,5 Prozent schneidet dort die Börse im ersten Monat nach dem Titel im Schnitt besser ab als die Konkurrenzmärkte – ein stattlicher Aufschlag. Das zeigt die Untersuchung der Ökonomen von Goldman Sachs, welche die Daten der letzten zehn Weltmeisterschaften verglichen haben.

Investoren tun allerdings gut daran, danach die Gewinne rasch ins Trockene zu bringen. Denn dieser positive Effekt für das Weltmeisterland ist nur von kurzer Dauer. Bereits nach drei Monaten flacht er deutlich ab und dreht dann gar ins Minus. Ähnlich verhält es sich für die Börse des Austragungslandes. Nur, dass der positive Effekt hier noch schneller verpufft.

Glanz der Trophäe verblasst bald

Ebenfalls im Minus, aber dennoch signifikant besser schneiden die Märkte der Vizeweltmeister ab. Zwar fallen dort die Kurse nach der schmerzlichen Finalniederlage zunächst deutlich, aber nach einem Jahr steht die Börse der einstigen Verlierer jeweils deutlich besser da als jene der Weltmeister.

An den Finanzmärkten verfliegt die Fussball-Euphorie also rasch. Der Glanz der Trophäe verblasst. Bald schon stellt sich die Ernüchterung darüber ein, dass weder der Weltmeistertitel noch die Austragung der Fussball WM einen dauerhaften Aufschwung bringen.