G20: Mehr Energie aus Sonne und Wind

Wind- und Solarstrom sind auf dem Vormarsch. In den Staaten der G20, der Gruppe der 20 stärksten Industrie- und Schwellenländer, stieg deren Anteil um 70 Prozent, wie neue Zahlen der Nachrichtenagentur Bloomberg zeigen. Die Schweiz steht bei diesem weltweiten Trend abseits.

Stromproduktion: G20 und die Schweiz im Vergleich Anteil der gesamten Stromproduktion aus neuer erneuerbarer Energie (wie Photovoltaik und Wind, ohne Wasserkraft) in Prozent. Top 5 und Schlusslichter. Bloomberg New Energy Research Group + SES

Den grössten Sprung bei den erneuerbaren Energien machten unter den G20-Staaten Deutschland und Grossbritannien. Deutschland deckt heute mehr als ein Drittel seines Stromverbrauchs vor allem mit Wind und, in geringerem Mass, mit Solarenergie ab. In Grossbritannien liegt der Anteil der Erneuerbaren bei 23 Prozent. Dort sind es riesige Windfarmen im Meer, die Strom produzieren. Auf Platz drei folgt Italien, das viel Sonne und Wind hat. Schlusslicht unter den G20 bilden die USA und China, wie neue Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg zeigen. Insgesamt stieg bei den G20 der Anteil von Energieträgern wie Sonne und Wind um 70 Prozent.

Eine Windfarm im Meer.

Bildlegende: Deutschland ist mit seinen Windfarmen ein Vorreiter bei den erneuerbaren Energien. Reuters

Diese Zahlen überraschen Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energiestiftung, nicht. «Sie sind der Beweis, dass die Energiewende ein Megatrend ist und in den wichtigsten Ländern der Erde tatsächlich stattfindet.»

Getrieben werden die Investitionen in die erneuerbaren Energien durch grosszügige Fördergelder der Staaten. Investoren und Private werden so ermuntert, Windräder, Solarpanels oder Biogasanlagen aufzustellen.

«Preise werden sinken»

Doch der Strom aus erneuerbaren Quellen kostet mehr als der übliche Marktpreis. «Wir gehen davon aus, dass die Preise für die neuen erneuerbaren Energien weiter sinken werden», sagt Buri dazu. So soll Energie aus Wind, Sonne und Biomasse in wenigen Jahren auch unter wirtschaftlichen Aspekten rentabel sein.

In der Schweiz liegt der Anteil der neuen erneuerbaren Energien bei zwei Prozent. Sogar die Umweltsünder China und USA stehen besser da. Wenn man allerdings die hiesige Wasserkraft dazurechnet, deckt die Schweiz zwei Drittel ihres Bedarfs mit erneuerbarer Energie.

Umweltkreise fordern, die Schweiz solle trotzdem vorwärts machen mit dem Ausbau der neuen Erneuerbaren. Nur so könne man die Atomkraftwerke dereinst abstellen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die Zukunft der Energieversorung liegt bei der erneuerbaren Energie.

    Die Energie der Zukunft ist erneuerbar

    Aus Kontext vom 29.6.2016

    Die norwegische Wasserkraft wird wegen der Verbindungskabel immer mehr auch in Mitteleuropa zur Verfügung stehen, zumindest in der EU, in der ein freier Strommarkt besteht.

    Norwegen ist dabei ein grosser Player: Es produziert von allen europäischen Ländern mit Abstand am meisten Strom aus Wasserkraft. Doch Norwegen ist auch ein grosser Förderer von Erdöl und Gas.

    Daniel Theis hat mit Torkild Jemterud über die Energiezukunft von Norwegen und Europa gesprochen. Torkild Jemterud arbeitet beim öffentlich-rechtlichen Radiosender NRK in Norwegen als Wissenschaftsredaktor.

    Daniel Theis

  • Atomkraftwerke bleiben ohne Ablaufdatum

    Aus 10vor10 vom 2.3.2016

    Seit Mittwoch ist klar, als erstes Schweizer AKW geht Mühleberg am 20. Dezember 2019 vom Netz. Gleichzeitig hat aber der Nationalrat das Datum des Atom-Ausstiegs auf unbestimmte Zeit verschoben. Darüber ärgern sich die Gegner der Kern-Energie.