Geberit will finnische Sanitec übernehmen

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit geht in Skandinavien auf Einkaufstour. Mit der angestrebten Vollübernahme der finnischen Sanitec für 1,3 Milliarden Franken weitet Geberit die bisherige strategische Ausrichtung aus. Neu bietet Geberit auch Keramikprodukte im Badezimmer an.

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Geberit vor Übernahme

1:20 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.10.2014

Geberit-WC in Herstellung

Bildlegende: Geberit will seine Badezimmerpalette mit Keramikprodukten erweitern. Keystone

Mit dem 1,3 Milliarden Franken teuren Kauf des Sanitärkeramikhersteller Sanitec will Geberit breitere Kundensegmente ansprechen und insbesondere in den Ausstellungsräumen für Badezimmer seine Präsenz erhöhen.

Die Transaktion mache Geberit zum Marktführer für Sanitärprodukte, sagt Geberit-Chef und Verwaltungsratspräsident Albert Baehny. «Unser Zugang zu den Endkunden und unsere Präsenz in den Showrooms werden gestärkt.» Dies sei insbesondere in jenen Märkten entscheidend, in denen die Endkunden die wichtigsten Entscheidungsträger seien.

Sanitec hat seinen Sitz in Finnland und ist an der Börse in Stockholm kotiert. Das Unternehmen mit 6200 Mitarbeitern stellt Keramikprodukte für Badezimmer im mittleren bis oberen Preissegment her. Das Unternehmen verkauft seine Produkte unter diversen Marken in ganz Europa.

Utensilien fürs Badezimmer

Eine besonders starke Marktposition hat Sanitec gemäss eigenem Jahresbericht in den skandinavischen Ländern, in Deutschland, den Niederlanden und in der Ukraine. Zu Sanitec gehört auch die Bekon-Koralle AG, die in Dagmarsellen (LU) Duschkabinen herstellt.

Mit der Übernahme würde der Umsatz von Geberit von derzeit rund 2,3 Mrd. auf neu rund 2,9 Milliarden Franken ansteigen. Gemeinsam kämen die beiden Unternehmen – allfällige Effekte aus dem Zusammengehen nicht mitgerechnet – auf einen operativen Gewinn von knapp 600 Millionen Franken.