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Gebremste Geldpolitik EZB drosselt Tempo bei Anleihenkäufen

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihre milliardenschweren Schuldpapierkäufe im kommenden Jahr zwar fort, verringert das Volumen aber deutlich.

Legende: Video EZB drosselt Tempo beim Anleihenprogramm abspielen. Laufzeit 03:14 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.10.2017.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent.
  • Die umstrittenen Anleihekäufe will die Zentralbank ab Januar 2018 hingegen von 60 auf 30 Milliarden Euro monatlich reduzieren.
  • Das Programm soll bis mindestens Ende September 2018 laufen – neun Monate länger als bislang geplant.

Die Zentralbank und die nationalen Euro-Notenbanken erwerben bereits seit März 2015 in grossem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere – aktuell für 60 Milliarden Euro pro Monat.

Finanzinstitute, die Geld bei der Zentralbank parken, müssen derweil weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Eine erste Zinserhöhung könnte Ökonomen zufolge womöglich erst 2019 anstehen.

Mit viel billigem Geld versuchen die Währungshüter seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und die Teuerung anzuheizen. Mittelfristig strebt die EZB eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben. Das würde die Konjunktur abwürgen.

Weil die Konjunktur im Euroraum wieder besser läuft und die Zeiten von Inflationsraten nahe Null vorerst vorbei ist, wuchs in den vergangenen Monaten der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Ein zu abrupter Ausstieg könnte jedoch Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Wie hoch ist eigentlich das Gesamttotal aller EU ausstehenden Staatsanleihen? Von März 2015 bis Sept 2018 kauft Draghi Papiere im Wert von 2 Billionen+310 Milliarden (34x60 + 9x30 Milliarden). Das Gesamt BIP der EU betrug 2016 14,8 Billionen + im Euroraum 10,7 Billionen. Man setze dies ins Verhältnis und rechne - man wird darauf kommen, dass Draghi seit bald 3 Jahren Ramsch zusammenkauft. Eine unbezahlbare Rechnung wird noch präsentiert werden.Das ist dann der Untergang der himmlischen Träume.
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  • Kommentar von Oliver Schmid (O. Schmid)
    "soll bis mind. Ende Sept 2018 laufen" das heisst also es könnte auch gut bis 2019 laufen, weil Hr. Draghi nicht den Mut aufbringt, die Zinsen wieder zu normalisieren. Es geht ja nicht nur darum, die Konjunktur zu stützen sondern auch Italien, Spanien, Griechenland etc. billige, neue Schulden zu ermöglichen. So besteht überhaupt kein Anreiz für diese Länder die Schulden zu stabilisieren, im Gegenteil. Die Zeche bezahlen Sparer und AHV, BVG, weil diese Kapitialien ja nicht mehr verzinst werden.
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  • Kommentar von Wave Dancer (WaveDancer)
    Das FED hat dasselbe versprochen und nicht eoingehalten! Das sind alles Tropfen in den Ozean. Die Buerger werden schamlos angelogen. Das QE kann nur mehr mit einer Hyperinflation korrigiert werden od. mit der Aufhabe des Euros. Dann koennte ein Schuldenschnitt gemacht werden und die Diebe sprich Zockerbanken muessten ueber die Klinge springen. Bezahlen tut es so od. so der einfache Buerger.
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