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Hotel-Buchungen Gebucht wird je länger je mehr online

Online-Buchungsplattformen gewinnen bei Hotels immer grösseres Gewicht. Ihr Anteil im Milliardengeschäft steigt stetig.

Zimemrschlüssel.
Legende: Der Löwenanteil bei den Buchungsplattformen entfällt auf booking.com. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Knapp 40 Prozent aller Logiernächte in der Schweiz werden via elektronische Vertriebskanäle gebucht.
  • Über Buchungsplattformen werden rund 27 Prozent abgewickelt.
  • Die drei Plattformen Booking, Expedia und HRS generieren pro Jahr mehr als eine Milliarde Umsatz.

Online-Buchungsplattformen gewinnen bei Hotels immer grösseres Gewicht: 2016 stieg ihr Anteil bei den gesamten Buchungen in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent auf rund 27 Prozent.

Die drei Plattformen Booking, Expedia und HRS beherrschen das Geschäft. Sie generierten zusammen 93 Prozent der Direktbuchungen über Plattformen. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis hervor.

Demnach entfällt der Löwenanteil bei den Plattformen mit 73,3 Prozent auf booking.com. Die US-Firma im Besitz der Priceline-Gruppe konnte gegenüber ihren beiden Konkurrenten letztes Jahr ihre Marktdominanz weiter ausbauen.

Legende: Video Strengere Regeln für Booking.com abspielen. Laufzeit 4:08 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.11.2016.

Hotels investieren in Online-Auftritte

Die Fachhochschule schätzt den Gesamtumsatz von booking.com, Expedia und HRS auf mehr als eine Milliarde Franken und die von den Hotels an die Plattformen bezahlten Kommissionen auf 150 Millionen Franken. Diese fielen je nach Betrieb und je nach Kundschaft unterschiedlich aus, schreiben die Autoren der Studie.

Wichtig sind auch die eigenen Websites der Hotels. Der Anteil Buchungen über diesen Weg stieg mit plus 1,4 Prozent auf 8,2 Prozent leicht. Immerhin verfügen heute über 80 Prozent der Hotels über Online-Buchungstools auf ihren Internetseiten, während es 2013 erst 62 Prozent waren.

Unter dem Strich wurden knapp 40 Prozent aller Logiernächte via elektronische Vertriebskanäle gebucht.

Direktbuchungen verlieren

Nach wie vor werden zwar die meisten Hotelbetten direkt gebucht, via E-Mail oder Telefon. Der Anteil Direktbuchungen fiel gemäss Studie im letzten Jahr aber erstmals unter die 60-Prozent-Marke: Nur noch 58 Prozent der Logiernächte wurden auf diese Weise gebucht. 2015 lag der Anteil noch bei 60,7 Prozent.

Zum Vergleich: Zehn Jahre vorher, 2005, wurden noch 77 Prozent aller Hotelbetten mit «klassischen» Methoden gebucht, sei es per Telefon, Reisebüro, E-Mail oder direkt vor Ort. Nur die wenigsten Gäste buchten ein Hotel via Internet.

Die Studie wurde von Verband der Schweizer Hotels, Hotelleriesuisse, unterstützt.

Plattformen zurückbinden

Auf der politischen Ebene ringen Hotelleriesuisse und die Buchungsplattformen um Einfluss im Parlament. Es geht um die Frage, ob die Preismacht der Online-Plattformen zurückgebunden werden soll. Die Hoteliers beklagen, dass sie auf ihren eigenen Websites die Preise der Online-Plattformen nicht unterbieten dürfen.

Hotelleriesuisse möchte die so genannten engen Preisparitätsklauseln aus den Verträgen mit den Online-Plattformen kippen. Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK) haben die Hoteliers auf ihre Seite gebracht. Diese empfiehlt der kleinen Kammer eine Motion zur Annahme, die diese Klauseln verbieten will.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    "Je länger je mehr" klingt für mich seltsam. Ich dachte korrekt ist immer je-desto oder je-umso. Oder ist das wieder so eine sache die man regional unterschiedlich macht?
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  • Kommentar von Niklaus Bächler («Ist ein Gutmensch etwas Schlechtes»?)
    Wer viel unterwegs ist, rasch eine Entscheidung inkl. Buchungsbestätigung braucht und unkompliziert seine Unterkunft buchen will, der ist mit Plattformen wie booking.com bestens bedient. Die Hotels haben wohl allesamt den Anschluss verpasst.Ich buche ausschliesslich über solche Plattformen und bin weltweit bestens gefahren.
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    1. Antwort von John Johnson (Kelten)
      @Bächler. Da bin ich absolut Ihrer Meinung. Nachdem die Schweizer Hoteliers ihre "Unfähigkeit" mit einem Verbot von "best price" Buchungen z.B. via Booking.com outeten, forderte CVP-Ständerat Pirmin Bischof, mittels Motion, ein Verbot von solchen Klauseln. Bedenklich ist, dass unsere Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK) diesem protektionistischen Selbstüberlistungsverbot von CVP-Ständerat Pirmin Bischof mit 9 zu 1 zugestimmt hat. --> Dies freut wohl die ausländischen Hoteliers :-)
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  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    Zumindest Individualreisende aus dem Ausland, die ja meist mehrere Länder besuchen, werden in den allermeisten Fällen auf die genannten Buchungsplattformen zurückgreifen, weil es einfach viel praktischer ist. Man gibt seine Stammdaten einmal ein und von da an ist jede Hotelübernachtung mit drei, vier Mouseclicks erledigt, egal wo. Was will man mehr? Erst recht wenn der Preis ja stimmt.
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