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Gentherapien stärken Novartis kauft Gentechnikfirma für fast 9 Milliarden Dollar

Legende: Audio Novartis hat Grosses vor abspielen. Laufzeit 2:33 Minuten.
2:33 min, aus Rendez-vous vom 09.04.2018.
  • Novartis und Avexis hätten eine Vereinbarung für die Übernahme unterzeichnet, teilt der Basler Konzern mit.
  • Mit dem Zukauf will Novartis seine Position als führendes Gentherapie- und Neuroscience-Unternehmen ausbauen.
  • Die Übernahme kostet 8,7 Milliarden Dollar und soll Mitte 2018 abgeschlossen sein.

Die amerikanische Avexis verfüge über ein Produkt, das die erste Genersatztherapie zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie (SMA) werden könnte. Das ist eine Krankheit, die zum frühen Tod oder zu lebenslanger Behinderung führt und erhebliche Gesundheitskosten verursacht.

Novartis erhofft sich «Multi-Milliarden-Dollar-Spitzenumsätze» mit dem angeblichen «Mega-Blockbuster» von Avexis und ab 2020 einen starken Beitrag an das operative Kernergebnis und den Gewinn pro Aktie. 2018 und 2019 indes werde die Übernahme leicht negativ zu Buche schlagen.

«Schritt Richtung seltene Krankheiten»

Wie Novartis weiter mitteilt, soll die Transaktion von Avexis durch verfügbare Barmittel und kurzfristiges Fremdkapital finanziert werden. Der Deal sei von den Verwaltungsräten der beiden Firmen einstimmig genehmigt worden.

Laut Konzernchef Vasant Narasimhan macht Novartis dank dem neuen Medikament mit der Übernahme einen Schritt in Richtung seltene Krankheiten. Mit dem jüngsten Zukauf setzt der neue Chef sein Ziel fort, Novartis auf Gentherapien und Neurowissenschaften zu fokussieren.

Ersatz für Verlust von Patentschutz

Geht Narasimhans Rechnung auf, könnte er ein Problem entschärfen. Novartis verliert nämlich ab dem nächsten Jahr gleich bei zwei angestammten Medikamenten den Patentschutz. Dort dürften die Umsätze wegen günstigeren Nachahmerprodukten schon bald wegbrechen.

Dieses Umsatzloch könnte Narasimhan mit dem Zukauf stopfen. Erst vor wenigen Tagen hatte Novartis angekündigt, die Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen für rezeptfreie Medikamente an den britischen Rivalen Glaxo Smith Kline 13 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann

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Novartis pokert mit der Übernahme. Der Kaufpreis von 8,7 Milliarden Dollar ist hoch, für ein Unternehmen, das wie Avexis noch keine Produkte am Markt hat. Novartis hofft, dass die Gentherapie-Medikamente von Avexis das Potential haben, ab 2020 mehrere Milliarden Umsatz zu generieren. Garantiert ist das allerdings nicht. Konkurrent Roche musste erst vor kurzem nach einer ähnlichen Übernahme einen Milliarden-Abschreiber vornehmen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Die Gentherapie wird immer und richtigerweise mit Therapiemöglichkeiten für besonders heimtückische Erkrankungen legitimiert. Doch dieser 'Gen-markt' ist ein Markt, Kapitalismus kann nur so funktionieren, das heisst es braucht die Menge, es braucht weitere Aneignungen vom 'Genom' für eine ‚gute Sache‘, wer sich da querstellt, wird gleich zu Beginn ins Unrecht versetzt, ist der Böse? Patente auf alles was mit Genen zu tun haben müssen verboten werden. Das Genom gehört, denen die es in sich haben.
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