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Wirtschaft Gewerkschaften fokussieren auf Löhne und Renten

Tiefe Löhne? Niedrigere Renten? Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) will 2013 besonders in diesen Bereichen kämpfen. Mit zwei Volksinitiativen will der SGB seine Ideen für höhere Einkommen umsetzen.

Legende: Video Zwei Volksinitiativen des SGB abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.01.2013.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert eine Erhöhung der Altersrenten um 10 Prozent. Dafür braucht es in den Augen des SGB aber keine Erhöhung des Frauenrentenalters – wie dies der Bundesrat ins Auge fasst. Es genüge, wenn die AHV die ihr zustehenden Gelder erhalte.

Der Bund enthalte dem Altersvorsorgewerk jährlich 3 Milliarden Franken vor, erklärt SGB-Chefökonom, Daniel Lampart. Die Einnahmen aus der Tabaksteuer flössen nämlich nicht – wie dem Volk «vorgegaukelt» werde – direkt in die AHV, sondern zuerst in die Bundeskasse. Anschliessend dienten die Tabakgelder der Finanzierung des Bundesbeitrags an die AHV von derzeit 19,55 Prozent.

Weitere Löcher

Weitere Verluste entstehen der Altersvorsorge gemäss SGB durch die Unternehmenssteuerreform II. Als Folge würden sich viele Firmenbesitzer AHV-freie Dividenden statt eines regulären Lohnes auszahlen. «So entgehen der AHV 300 bis 400 Millionen Franken pro Jahr», sagte Chefökonom Lampart.

Zu den weiteren Faktoren für den von ihm mit jährlich 3 Milliarden Franken bezifferten Einnahmeausfall für die AHV zählt der SGB die Mehrwertsteuererhöhung von 1999, die nicht voll der Altersvorsorge zu Gute komme.

Als weitere Einnahmequelle für die erste Säule macht der SGB die nationale Erbschaftssteuer aus. Eine Initiative zu deren Einführung, die von den Gewerkschaften unterstützt wird, soll Mitte Februar eingereicht werden.

Mindestlohn gefordert

Neben den Renten stehen laut Rechsteiner im neuen Jahr die Löhne im Fokus des Gewerkschaftsbundes. Es gehe nicht an, dass 140'000 Beschäftigte mit Lehrabschluss weniger als 4000 Franken im Monat verdienten.

Dieser, laut Rechsteiner, «skandalöse» Zustand will der SGB mit seiner Mindestlohninitiative beheben, die im Frühjahr vom Parlament behandelt wird. Die Initiative will einen Mindestlohn von 4000 Franken pro Monat gesetzlich verankern.

Die Mindestlohninitiative sei die «schlagende Antwort auf die Lohnexzesse bei den hohen und höchsten Einkommen in den letzten Jahren», ist Rechsteiner überzeugt.

Legende: Video Paul Rechsteiner zur Mindestlohninitiative abspielen. Laufzeit 3:39 Minuten.
Vom 07.01.2013.

3,6 Mia. Franken mehr

Wenn die AHV um linear 10 Prozent angehoben werden soll, braucht es zusätzlich Geld. Die entsprechende Initiative «AHVplus» wird in Kürze lanciert. Zur Finanzierung dieser Rentenerhöhung müssten laut SGB rund 3,6 Milliarden Franken an zusätzlichen Einnahmen generiert werden.

9 Kommentare

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  • Kommentar von MA, S
    Es gibt ja nicht nur Reiche Unternehmer, es gibt auch klein Unternehmer die 2 oder 3 Mitarbeiter haben und der Chef selbst auch mitarbeitet. Für diese denke ich wäre es eine Vernichtung des Kleinunternehmers, da dieser eh schon viele Personalabgaben leisten muss und vielleicht auch noch eine hohe Miete bezahlt. Auch die klein Unternehmer leisten ihren Beitrag damit es weniger Arbeitslose gibt. Die Gewerkschafter verdienen ja auch Ihr Geld und der klein Unternehmer soll alles abliefern.
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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Wer mehr verdienen will muss ein besseres Angebot machen. Mehr Leistung allein zählt nicht. Das galt vielleicht noch vor hundert Jahren als das Fliessband erfunden wurde, heute muss ein Arbeitnehmer Qualifikationen anbieten die der Markt nachfragt, und keine niedrig qualifizierten Tätigkeiten für die man im europäischen Raum hunderttausende von Personen findet (PFZ sei Dank), die dasselbe für weniger Geld gerne auch machen würden. Der Mindestlohn verteuert lediglich die Schweizer Produkte.
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Warum sind es immer nur die Löhne, welche die Produkte verteuern sollen und nicht auch die Rendite-Anforderungen? Warum sollen sich nicht diese auch mal nach unten anpassen können? Flexibilität immer nur bei den Löhnen?
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Der Fehler der Gewerkschaften: mehr verlangen ohne zu berücksichtigen, wer dafür weniger erhalten soll, denn der Kuchen kann nur einmal verteilt werden. Für dessen Verteilung spielen die Machtverhältnisse eine entscheidende Rolle. So hat die Kapitalseite immer die Macht, für sich reichlich Kapitalerträge zu erpressen: ohne wird nicht investiert- also keine Arbeitsplätze. Die Gewerkschaften sitzen so immer am kürzeren Hebel und können den Kapitaleinkommen nicht wirklich etwas anhaben.
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    1. Antwort von Rudolf R. Blaser, Aeschi
      Wahrscheinlich ist beides nicht ganz richtig! Kuchen kann unmöglich verteilt sein, solange es Leuten gelingt, sich ohne grosse Leistung auf legale Weise einen Löwenanteil desselben anzueignen + Gewerkschaften will es nicht dämmern, dass sie mit unsinnigen Forderungen nur unsere Arbeitsplätze gefährden. Wegen Globalisierung müssen wir gegen Riesendrachen antreten. Wer ges. Menschenverstand besitzt, ist gut beraten, sich sichere Stelle (nicht Arbeit) bei Gemeinde, Kanton oder Bund zu suchen.
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