Gewinnsprung bei Novartis

Der Pharmariese hat im vergangenen Jahr den Umsatz nur leicht steigern können. Dafür erhöhte sich der Gewinn gleich um zwölf Prozent. Der starke Franken wirkt sich auf das kommende Jahr aus.

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«Wir werden in den Schwellenländern weiter wachsen»

2:19 min, aus Tagesschau vom 27.1.2015

Der Basler Pharmakonzern Novartis hat im vergangenen Jahr sowohl Umsatz wie auch Gewinn steigern können: Die Verkaufserlöse beliefen sich auf 58 Mrd. US-Dollar, was einem Plus von 1 Prozent entspricht. Dabei bekam der Konzern den starken Franken zu spüren: Zu konstanten Wechselkursen hätte das Umsatzplus nämlich 3 Prozent betragen. Das entspricht knapp den Erwartungen.

Konkurrenz für Blockbuster Diovan

Schriftzug von Novartis am Konzernsitz in Basel

Bildlegende: Novartis spürt den starken Franken, hält sich aber trotzdem gut. Reuters

Besser verkauften sich die Generika der Marke Sandoz. Mehr Umsatz erzielte Novartis auch mit den Augenheilmitteln unter dem Namen Alcon. Das Novartis-Pharmageschäft hingegen stagnierte, weil der Blutdrucksenker und Umsatzrenner (Blockbuster) Diovan neue Konkurrenz durch Generika erhielt.

Vor allem das vierte Quartal trug zum guten Ergebnis bei den Wachstumsprodukten des Konzerns bei sowie zum Absatz in den Wachstumsmärkten, wie das Unternehmen mitteilt.

Er sei sehr zufrieden mit den Ergebnissen im Jahr 2014, sagt der CEO von Novartis, Joe Jimenez. Nachdem so viele Patente abgelaufen seien, habe der Konzern erst beweisen müssen, dass er trotzdem noch die Gewinnmarge erhöhen könne. Er ist auch optimistisch für die Zukunft: «Auch bezüglich Innovation haben wir eine grossartige Pipeline und 2015 kommen zwei neue Kassenschlager-Medikamente auf den Markt.»


Novartis auf der Erfolgsstrasse

2:54 min, aus Rendez-vous vom 27.01.2015

Mehr Geld für Aktionäre

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 10,3 Milliarden Dollar. Das sind satte 12 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Novartis will deshalb den Aktionären mehr Geld ausschütten. Die Dividende steigt von 2.45 Franken pro Aktie auf 2.60 Franken.

Weitere Fortschritte machte der Konzern bei der Produktivität. Insgesamt wurden mit Produktivitätssteigerungen Einsparungen von rund 2,9 Mrd. Franken erzielt, das sind 5 Prozent des Nettoumsatzes.

Das operative Ergebnis verbesserte sich wie der Umsatz ebenfalls um 1 Prozent (7 Prozent zu konstanten Wechselkursen) auf 10,7 Mrd. Dollar.

Konzernumbau wirkt sich noch kaum aus

Im letzten Jahr hatte Novartis den grossen Umbau des Konzerns angekündigt: Der Bereich Krebsmedikamente wird durch einen 16-Milliarden-Zukauf ausgebaut, Impfstoffe und Tierarzneimittel werden abgestossen.

2014 sei für Novartis ein Jahr der Transformation gewesen, erklärt Konzernchef Joseph Jimenez. «Die neue Strategie besteht darin, auf wissenschaftliche Innovation zu fokussieren, um bessere Behandlungsergebnisse in Gesundheitsbereichen mit grossem Wachstum zu erreichen.» Novartis gebe soviel für Forschung aus wie kaum jemand in dieser Branche. Es seien fast 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

«Das ist der Kern unseres Unternehmens: Innovationen voran zu treiben, um neue, bahnbrechende Therapien für Patienten zu liefern, überall auf der Welt», sagt er. Mit dem neuen Fokus verteilten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten nur noch auf drei Bereiche.

Die grossen Veränderungen schlagen sich allerdings in den Geschäftszahlen für 2014 kaum nieder, weil sie teilweise noch laufen. Zudem dürften die erwarteten Fortschritte auch durch den starken Franken geschmälert werden.

Frankenstärke trübt Ausblick wenig

Denn Novartis erzielt nur 2 Prozent des Umsatzes in der Schweiz, während immerhin 12 Prozent der Kosten hierzulande anfallen. Da wirkt sich die Frankenstärke besonders aus. Das schlägt sich im Geschäftsausblick für 2015 nieder. Da Novartis in Dollar bilanziert, steigen die Kosten für die Aufwendungen in der Schweiz. Diesen negativen Einfluss beziffert der Konzern auf 4 Prozent.

Es sei zu früh, um zu sagen, ob der Konzern etwas spezifisch für die Schweiz unternehmen werde. «Die Schweiz bleibt ein guter Standort für Investitionen.»

Der Umsatz der weitergeführten Aktivitäten soll im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen, wie Novartis schreibt. Und die Etragskraft werde sich wieder verbessern.

Die Aktien von Novartis starteten mit leichten Kursgewinnen in den Börsenhandel. Freude bereitet den Anlegern vor allem der Ausblick.