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Wirtschaft Glarner Kantonalbank deckelt Lohn

Die Kantonalbank aus dem Glarus senkt den Lohn des CEO. Der muss künftig mit 30 Prozent weniger auskommen. Die Glarner sind damit schweizweit Pioniere. Die SVP hat auf den Entscheid gedrückt.

Die Chefs der Glarner Kantonalbank müssen künftig den Gürtel enger schnallen. Bisher durfte bei der Staatsbank der höchste Lohn 15 Mal höher sein als der niedrigste. Nun soll aber die Schraube angezogen werden. Die Formel heisst 1:10.

Der Maximallohn des CEO soll von 640'000 Franken auf 480'000 sinken. Der Präsident des Verwaltungsrates, Martin Leutenegger, sagt: «Wir wollen intern aufzeigen, dass wir all unsere Mitarbeiter fair, adäquat und gut entschädigen.» Und extern wolle man aufzeigen, dass die Bank keine Lohnexzesse kenne.

Pionierin der Schweizer Banken

Die Glarner Kantonalbank ist schweizweit eine Vorreiterin. Als erste Bank führt sie mit der 1:10-Lohninitiative restriktive Lohnbeschränkungen ein. In letzter Zeit gab es in verschiedenen Kantonen Bestrebungen, die Cheflöhne bei den Staatsbanken zu beschränken.

Doch erst die Aargauische Kantonalbank hat die Cheflöhne gedeckelt. Hier darf das Salär des obersten Bankers nicht höher als das doppelte Gehalt eines Regierungsrates sein. Das sind 600‘000 Franken.

Die Glarner setzen den Lohn der «billigsten» bis zur teuersten Arbeitskraft ins Verhältnis. Soweit geht sonst niemand.

«Keine Dumpinglöhne»

Der Verwaltungsrats-Präsident der Glarner Kantonalbank lässt die gängige Argumentation des Bankensektors nicht gelten. Die lautet so: Der Markt fordert besonders hohe Löhne, da sonst keine Top-Manager gefunden werden.

Auch mit 1:10 verdiene der CEO sehr gut, sagt Leutenegger: «Das sind keine Dumpinglöhne.» Man könne damit fähige Mitarbeiter finden. Und: «Normalbürger beurteilen unsere Löhne als adäquat.»

SVP stösst Diskussion an

Ganz freiwillig passiert die Lohnbeschränkung auf der Chefetage der Kantonalbank aber nicht. Die SVP hat im Kantonsparlament die Gehälterdiskussion angestossen. Sie verlangte die Limitierung der Löhne der Geschäftsleitung auf das Doppelte eines Regierungsrates. Das hätte in etwa einem Jahreslohn von 440'000 Franken entsprochen. Darauf hat der Verwaltungsrat der Bank reagiert.

Das maximale Fix-Salär des CEO beträgt neu 320'000 Franken. Dazu kommt ein variabler Lohnzusatz von höchstens 160'000 Franken. Das sind rund 30 Prozent weniger, als der CEO bisher verdiente. Für ein grösseres KMU mit 190 Mitarbeitern sei dieser tiefere Jahreslohn aber gerechtfertigt, ist die Bank überzeugt.

Die Generalversammlung muss der neuen Regelung am 23. April noch zustimmen. Kein Hindernis: Denn die Aktien gehören dem Kanton. Und dahinter steht die Regierung. Am Lohndeckel wird sie voraussichtlich nicht mehr rütteln.

prus;basn

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Fuhrmann, Schindellegi
    Mir geht die Verwantortungsdiskussion langsam grundsätzlich auf den Keks in der Art, wie sie geführt wird. Die Quintessenz lautet immer je höher in der Hierarchie desto mehr Verantwortung desto mehr Lohn. Dieses Prinzip sollte mal grundsätzlich hinterfragt werden. Denn ein "normaler" Arbeiter kann mit schlechter Arbeit den Ruf (und die Finanzen --> Schadenersatz) einer Firma nachhaltiger schädigen als ein Chef, der alles schönredet. In diesem Sinne trägt er mehr Verantwortung als der Vorg...
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    was ist ein "gerechter Lohn" ? Ich glaube das es keine allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt, hängt sie doch sehr stark von der aktuellen Situation jedes Einzelnen ab. Wichtig ist jedoch, dass das Gleichgewicht zwischen Löhnen und Kosten eines Betriebes gewahrt bleibt um langfristig zu überleben. Wenn dabei die Löhne entsprechend der LEISTUNG , der VERANTWORTLICHKEIT , der FAEHIGKEITEN und dem RISIKO (für Firmenbesitzer) abgestimmt sind, ist es richtig.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Weder eine Abzockerinitiative noch das schlangenartige Winden der Wirtschaft um "faire" Löhne bringt mir als Arbeiter auch nur einen Rappen mehr Lohn! Die Schweizer sind so naiv, dass sie nun glauben (nachdem sie ihren Frust partiell abgelassen haben) alle seien leib und nett. Schwer getäuscht. Wer abzocken will, tut dies nach wie vor. Warum verdienen Politiker und Beamte für Ihre Untaten zehnmal mehr als ein Arbeiter? WIR müssen deutlich mehr Lohn erhalten, sonst bringt das alles nichts!
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