Glencore 2015 mit Riesenverlust

Das Rohstoffhandelsunternehmen hat einen Verlust von fünf Milliarden Dollar eingefahren. Der Betriebsgewinn sank um gut 30 Prozent. Das zweitgrösste Schweizer Unternehmen steckt wegen der tiefen Weltmarktpreise für Kupfer, Kohle und anderen Rohstoffen in der Krise.

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Glencores düstere Jahresbilanz

0:43 min, aus Tagesschau am Mittag vom 1.3.2016

Der Rohstoff- und Minenkonzern Glencore hat im Geschäftsjahr 2015 bei allen Kennzahlen einen deutlichen Rückgang verzeichnet. So sank der Umsatz auf 170,5 Milliarden Dollar nach 221,1 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 68 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar ein, wie das Unternehmen mitteilt. Unter dem Strich wies der Konzern einen Verlust von knapp 5 Milliarden aus, verglichen mit einem Reingewinn von 2,3 Milliarden im Vorjahr.

Rohstoffpreise stürzen Konzern in die Misere

Das Unternehmen nennt die niedrigeren Rohstoffpreise als Grund für den Rückgang; auch die industriellen Aktivitäten hätten unter einem niedrigeren Preisniveau gelitten.

Mit Blick nach vorne teilt Glencore weiter mit, das Unternehmen könne dank seines breiten Portfolios trotz des widrigen Marktumfelds für Rohstoffe wieder Geld verdienen. Zudem verweist der Konzern auf die laufenden Programme zur Senkung der Kosten und der Verschuldung. So hat das Unternehmen grosse Teile der Kupferproduktion eingestellt.

Weiter Schulden abbauen

Die Nettoschulden konnte Glencore per Ende Jahr bereits um 15 Prozent auf 25,9 Milliarden Dollar abbauen. Bis Ende Jahr soll die Verschuldung weiter auf 18 bis 19 Milliarden sinken.

Die Gruppe verkaufte bisher Unternehmensteile im Gegenwert von rund 1,6 Milliarden Dollar, um Schulden abzuzahlen. Glencore rechnet damit, im zweiten Quartal auch noch Minderheitsanteile im Landwirtschaftsgeschäft abstossen zu können. Insgesamt wird für 2016 mit zusätzlichen Verkäufen im Umfang von 4 bis 5 Milliarden gerechnet.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Glencore und das Gift

    Aus Rundschau vom 22.10.2014

    Die Kupferfabrik von Glencore verpestet in Sambia die Luft. Anwohner sterben an Asthmaanfällen, Ernten verdorren auf den Feldern. Darüber berichtete die Rundschau im März. Die Schweizer Rohstofffirma versprach Besserung und nahm eine neue Abgasanlage in Betrieb. Doch sind damit die Probleme gelöst? Die Rundschau-Recherche vor Ort.

    Mehr zum Thema

  • Erneut in der Kritik

    Aus 10vor10 vom 17.6.2014

    Der Schweizer Rohstoffriese Glencore-Xstrata ist immer wieder in den Schlagzeilen. Der Vorwurf, dass Glencore-Xstrata in den Gebieten, in denen sie Rohstoffe abbaut Menschenleben gefährdet ist nicht neu. Heute haben Non-Profit-Organisationen wie «Fastenopfer» und «Brot für alle» Untersuchungen veröffentlicht die zeigen, dass ein Fluss in Afrika massiv verseucht ist vom Abwasser einer Glencore-Firma. «10vor10» konfrontiert Glencore-Xstrata mit diesen Vorwürfen.