Glencore-Xstrata: Keine Milde für die Führungsgilde

An der Generalversammlung des Rohstoffriesen Glencore-Xstrata haben die Aktionäre die Xstrata-Führung abgewatscht. Die Anteilseigner verwehren den Xstrata-Kandidaten für den Verwaltungsrat den Einzug ins Gremium. Jetzt muss der Rohstoffriese rasch nach einem neuen Präsidenten suchen.

Xstrata-Präsident John Bond steigt mit zerknirschter Mine in eine Limousine.

Bildlegende: Für den Xstrata-Präsidenten haben die Aktionäre keine Verwendung mehr. John Bond verschwand durch die Hintertür. Keystone

John Bond, Präsident der Xstrata, hätte gerne auch an der Spitze des fusionierten Konzerns Glencore-Xstrata das Sagen gehabt. An der Generalversammlung in Zug indes haben ihm die Aktionäre einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und er ist nur das prominenteste Opfer dieses Aufstandes der Anteilseigner.

Neuer Präsident gesucht

Bei der Wahl in den Verwaltungsrat stimmten fast 81 Prozent der Aktionäre gegen den ehemaligen Chef des Mobilfunkkonzerns Vodafone. Dasselbe Schicksal wie John Bond traf auch Ian Strachan, Con Fauconnier und Peter Hooley. Ihnen wurde mit Nein-Stimmen-Anteilen von 57,8 bis 75 Prozent die Wahl in den Verwaltungsrat verwehrt.

Nun muss Glencore-Xstrata einen neuen Präsidenten suchen. Interimsmässig übernimmt der frühere BP-Chef Tony Hayward das Amt. In einem dürren Communiqué liess das Unternehmen aber keinen Zweifel daran, dass Hayward seinen Posten unverzüglich wieder abgeben wird, sobald ein neuer Präsident gefunden ist.

Glanzresultate erzielten hingegen die Glencore-Leute. Konzernchef Ivan Glasenberg wurde mit über 99 Prozent der Stimmen wieder gewählt. Ebenfalls über 99 Prozent Ja-Stimmen erhielt der einstige Chef der Winterthur Versicherung, Leonhard Fischer.