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Globale Jugendarbeitslosigkeit Abwanderung wird zum Problem für Afrika

Legende: Audio ILO: Junge Afrikaner könnten dem alternden Westeuropa nützen abspielen.
1:40 min, aus HeuteMorgen vom 21.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit sind laut einer neuen Analyse der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 70,9 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos.
  • Das entspricht einer Quote von 13,1 Prozent. Die Quote ist damit etwa so hoch wie im vergangenen Jahr. Am höchsten ist sie in den arabischen Ländern mit 30 Prozent.
  • Bis 2030 drängen zusätzlich 25,6 Millionen Menschen zwischen 15 und 29 auf den Arbeitsmarkt – fast ausschliesslich in Afrika. Ohne Chancen würden viele fort ziehen, erklärt die ILO.

Während die Bevölkerung weltweit immer älter werde, finde in Afrika südlich der Sahara das Gegenteil statt, erklärt Felix Weidenkaff von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf. «Eine junge Bevölkerung, die weiter wachsen und bis 2030 einen Grossteil des globalen Bevölkerungszuwachses ausmachen wird.»

Die junge Bevölkerung (Afrikas) wird bis 2030 weiter wachsen und einen Grossteil des globalen Zuwachses ausmachen.
Autor: Felix WeidenkaffInternationale Arbeitsorganisation (ILO), Genf

Keine Aussicht auf Arbeit in der Heimat

Bereits heute wollen laut ILO 44,3 Prozent der jungen Menschen aus Ländern in Afrika südlich der Sahara weg. Ähnlich viele sind es aus Nordafrika, Lateinamerika, der Karibik und Osteuropa. Wenn ihnen zuhause keine Chancen geboten würden, werde das so bleiben. In Nordamerika seien es vergleichsweise nur 17,1 Prozent.

Junge Menschen mit höherer Bildung würden eher wegziehen wollen als Ungebildete. Für die Herkunftsländer sei das ein Problem, weil die Fähigsten abwanderten. Die UNO-Organisation unterscheidet in ihrem Bericht zur Arbeitsmarktsituation für Jugendliche nicht zwischen Wirtschaftsmigranten und Flüchtlingen.

ILO: Überalterung in Westeuropa schreitet voran

Von der Migration aus Subsahara/Afrika könnten mögliche Aufnahmeländer wie die Schweiz profitieren, so die ILO. Denn in Westeuropa würden bis 2030 auf jeden Jugendlichen zwei Menschen über 65 Jahre treffen. Sobald die jungen Migranten einer geregelten Arbeit nachgingen, würden sie dabei helfen, die Sozialsysteme zu finanzieren und die Produktivität zu verbessern.

Die Flüchtlingskrise in Europa und die restriktive Migrationspolitik vieler europäischer Länder klammert der ILO-Bericht aus.

39 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Afrika kommt auf keinen grünen Zweig, weil die Korruption enorm gross ist und die Regierungen in die eigene Taschen wirtschaften, statt endlich in die Infrastruktur und Bildung zu ivestieren. Die gebildete Elite wird oft zur Auswanderung gezwungen, damit keine Oposition endstehen kann.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Die Bevölkerungsdichte in Afrika ist noch extrem tief. Es bräuchte nur Stabilität und Sicherheit, dann könnten diese Länder florieren. Ich denke dabei natürlich an das Vorbild China. Ohne Interventionen der westlichen NGO und Armeen sehe ich durchaus Hoffnung für Afrika.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Ohne Intervention von aussen sehe ich keine Hoffnung für Afrika.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    "Jüngere mit Bildung ziehen eher weg" so die ILO. Diese trifft mann(!) dann bei uns auf den Bahnhofsplätzen. Kein Wunder bringt es Afrika zu nichts und unsere Konzerne kommen so zu billigen Rohstoffen. Die Wirtschaftseliten der afrikanischen Ländern hätte es in der Hand mit (ihren!) Rohstoffen faire Preise auszuhandeln und nachhaltiger in ihre (!) Länder zu reinvestieren.
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