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Wirtschaft GM lässt erste Frau ans Steuer

Mit Mary Barra übernimmt erstmals eine Frau das Steuer eines grossen Autokonzerns. Wer ist die neue GM-Chefin? Ein Porträt.

Mary Barra bei einem Auftritt an der Autoaustellung in Detroit vom Januar.
Legende: Verrückt nach Autos: Die 51-jährige neue Chefin von GM. Reuters

Dass Autos nur etwas für Männer sein sollen, an derartige Klischees glaubte Mary Barra schon als kleines Mädchen nicht. Ihre Familie sei eine richtige Autofamilie gewesen, erzählte sie erst vor einigen Wochen an einem Anlass der Zeitschrift «Fortune». Ihr Vater habe als Werkzeugmacher in einer General-Motors-Fabrik in Michigan gearbeitet, da sei es für sie klar gewesen, dass auch sie in die Autoindustrie gehe.

Karrierestufen bei GM durchlaufen

Mit 18 Jahren begann Barra bei General Motors (GM) als Werkstudentin. Als Ingenieurin blieb sie später dem Traditionsunternehmen treu und machte dort Karriere. Als der Konzern in der Krise verstaatlicht und restrukturiert wurde, half sie mit einfachen, aber klaren Ansagen, GM zu entbürokratisieren und in die Zukunft zu führen.

Auf Eigenverantwortung gesetzt

Den zehnseitigen Dresscode für die Angestellten etwa ersetzte sie mit einer knappen Anordnung: Man solle sich adäquat kleiden. Und an die Designer und Ingenieure gerichtet erging die schlichte Order: Bitte keine schlechten Autos mehr bauen! Es waren Appelle an die Eigenverantwortung, um so dem Unternehmen frischen Elan zu geben.

Ihre klare Kommunikation sowie die unbestrittenen Managementfähigkeiten führten zum Mary Barra Erfolg. Nun wird die Mutter zweier Teenager Chefin des Konzerns. Einer der schönsten Aspekte für Mary Barra ist dabei: Sie wird weiterhin neue Autos selber testen können.

3 Kommentare

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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    Warum stehen Männer auf Lack und Leder? Weil es so nach neuem Auto riecht! Nur logisch, dass auch Frauen fähig sind grösste Autokonzerne zu führen! Hoffentlich gelingt Frau Barra die totale Befreiung vom Schwarzen Gold als Antriebsenergie!
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Fast zu schön, um wahr zu sein. Aber bestimmt richtig. Dass die Bürokratien von Grosskonzernen nach und nach jeden Kontakt zur Realität verlieren, ist mir aus eigener Berater-Praxis gut bekannt. Auch, dass Führung mehr und mehr an Systeme delegiert wird: Statt mit Mitarbeitenden zu reden, erlässt man einen komplizierten Dress-Code, der alle Eventualitäten abdecken soll. Dass der Mensch, der den Weg an die Spitze von GM dank Integrität geschafft hat, eine Frau sein musste, ist mir klar.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Ach wissen, die oder besser gesagt jede Gesellschaft schafft sich öfters selber Probleme womit sie letztlich überfordert ist. NB: Auch Frau überfahren im Verkehr Rotlichter, fahren hin und wieder zu schnell und... usw. - Also eine Frau kann's grundsätzlich genau so "gut" wie ein Mann. - Nur die Gesellschaft selber hat da offenbar immer noch ein Problem.
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