Google knickt vor EU ein

Die Kartellwächter der Europäischen Union machen seit Monaten Druck: Der Internet-Riese soll den Umgang mit Konkurrenten im Suchmaschinen-Geschäft ändern. Mit Zugeständnisse will der US-Konzern Brüssel nun milde stimmen.

Die EU hatte Google unlautere Geschäftspraktiken vorgeworfen. Nun hat der Suchmaschinen-Riese neue Zugeständnisse gemacht. Ein EU-Sprecher bestätigte in Brüssel, dass ein entsprechendes Schreiben von Google eingegangen sei. «Wir haben Vorschläge von Google erhalten und werden sie jetzt analysieren.»
 
Die EU-Kommission verdächtigt Google, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Die Kartellwächter gehen der Anschuldigung nach, der Internet-Riese reihe bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste vor Angeboten von Wettbewerbern ein und benachteilige sie dadurch.

Brauchbare Vorschläge für gütliche Einigung

Brüssel hatte dem US-Konzern zuvor eine Frist gesetzt. Google hielt sie quasi in letzter Minute ein. Eine Beilegung des Streits scheint somit möglich. Google könnte damit eine mögliche Geldbusse von maximal zehn Prozent des Jahresumsatzes
abwenden.

Im Dezember hatte sich bei einem Treffen bereits eine Kompromisslinie angedeutet. «Wir haben gesagt, man soll uns Vorschläge vorlegen, die eine gütliche Einigung ermöglichen könnten», hatte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia erst vor wenigen Tagen gesagt.