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Wirtschaft Google kommt der Konkurrenz und der EU entgegen

Seit gut drei Jahren streiten sie sich – der amerikanische Internet-Konzern Google und die Europäische Union. Der Vorwurf der EU-Kommission lautet, Google nütze seine Macht aus und verzerre den Wettbewerb. Nun bahnt sich offenbar eine Lösung an.

Der jahrelange Streit zwischen Google und der EU-Kommission über die Marktmacht des Internetriesen steht unmittelbar vor einer Einigung. Wer bei Google etwas sucht, ein Hotel, Restaurant oder einen Preisvergleich etwa, soll künftig auch die Angebote von Konkurrenten gut sichtbar aufgelistet erhalten.

Der US-Konzern versucht so, eine Milliarden-Busse abzuwenden. Denn im Moment sind mehrere Verfahren der EU-Kommission gegen Google hängig. Bei der nun erzielten Einigung geht es um vier Vorwürfe. «Der interessanteste ist, wie Google die Resultate einer Suche präsentiert», sagt EU-Korrespondent Urs Bruderer.

«Grob gesagt betreibt das Unternehmen da Eigenwerbung.» Denn: Google ist nicht nur eine Suchmaschine, Google bietet auch allerhand andere Dienstleistungen im Netz an. «Die Dienstleistungen anderer Anbieter werden bei den Google-Resultaten aber sehr viel schlechter platziert als die eigenen», sagt Bruderer. Das sei ein massiver Nachteil für die Konkurrenz. Das Zugeständnis von Google bedeute, dass die anderen Angebote künftig ebenso gross, attraktiv und gut platziert präsentiert werden wie die eigenen.

«Lange und schwierige Verhandlungen»

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia reagierte erleichtert: «Die neuen Vorschläge von Google gehen nach langen und schwierigen Verhandlungen auf die Einwände der Kommission ein.» Seine Behörde will nun die betroffenen Konkurrenten zu den Zusagen befragen, um den Fall endgültig abzuschliessen.

Nutzt Konkurrenz die Gunst der Stunde?

Mehrere Unternehmen hatten sich über Google beschwert, darunter die Reiseanbieter Expedia und TripAdvisor. Sie werfen Google vor, bei der Suchmaschine auf unfaire Weise eigene Dienste in den Vordergrund zu stellen. Die EU hatte daraufhin Ende 2010 ein Verfahren wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen eröffnet.

Von den Zusagen Googles könnten Konkurrenten wie Microsoft und Yahoo profitieren, die im Geschäft mit Suchmaschinen ins Hintertreffen geraten sind.

Bonus für Schmidt

Google zeigt sich bei Spitzenmann Eric Schmidt grosszügig. Der frühere Firmenchef und jetzige Verwaltungsratsvorsitzende bekommt Anteile im Wert von 100 Millionen Dollar. Damit nicht genug: Schmidt erhält als Bonus per sofort bar über sechs Millionen Dollar für seine Verdienste.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd, Deutschland
    Anstatt gegen unlauteren Wettbewerb bei der Einspielung von Ergebnisse von Google in Google vorzugehen, ist die Eu-Kommission der Meinung das das gut ist und das man noch 2–3 weitere Seiten vor allen Anderen Ergebnissen bevorzugen muss und verstärkt damit auch noch den unlauteren Wettbewerb. Die Seitenbetreiber die sowieso künstlich in den Suchergebnissen abgewertet werden (Google manuelle Panatly), haben jedoch nicht das Recht auf eine faire Gleichstellung in den Suchergebnissen.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Es gibt auch richtige Suchmaschinen. Google wandelt jeden Suchbegriff in ein Produkt um, womit geworben werden kann. Da ist's wirklich mühsam, zielstrebig mit Google arbeiten zu wollen... Ich find's inzwischen sogar unmöglich ausser ich suche ein Produkt...
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    1. Antwort von L. Markwalder, Bern
      @Eddy Dreier, Burgdorf: Da haben Sie wohl recht. Aber stellen Sie sich mal vor die EU SSR würde eine Suchmaschine im Web anbieten: ES WÄRE DER BLANKE HORROR!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Warum sollte die EU eine Suchmaschine machen? Nutzen Sie doch erstmals die Suchmaschinen der deutschen Universitäten oder so?
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