Google-Konkurrenz? «Search.ch» und «local.ch» dürfen fusionieren

Die beiden Online-Adressverzeichnisse «Search.ch» und «local.ch» können fusionieren. Zwar entstehe eine marktbeherrschende Stellung, rechtlich sei ein Verbot jedoch nicht möglich, urteilt die Wettbewerbskommission.

Weko-Tafel

Bildlegende: Die Weko gibt grünes Licht zur Fusion von «Search.ch» und «local.ch». Keystone

Die Schweizer Adressverzeichnisse «Search.ch» und «local.ch» können fusionieren. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat den Deal genehmigt. Der Zusammenschluss soll nun bis Mitte Jahr vollzogen werden.

Durch den Zusammenschluss entstehe zwar im Bereich von Adressverzeichnissen eine marktbeherrschende Stellung. Trotzdem sei keine Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs zu erwarten, begründete die Weko in einem Communiqué ihren Entscheid. Die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Verbot der Fusion seien nicht erfüllt. Eine ausführliche Begründung für die Genehmigung gibt es in der Mitteilung keine. Es wird aber auf die Argumentation von Swisscom und Tamedia verwiesen.

Swisscom ist zufrieden

Konkret kann nun der Telekomkonzern Swisscom, zu dem local.ch gehört, search.ch von der Mediengruppe Tamedia übernehmen. An der fusionierten Gesellschaft werden sich Swisscom mit 69 Prozent und Tamedia mit 31 Prozent beteiligen. Die beiden Konzerne hatten den Schritt auch mit dem starken internationalen Wettbewerbsdruck durch Suchmaschinen wie Google und soziale Medien wie Facebook begründet.

Swisscom-Chef Urs Schaeppi zeigte sich erfreut über den Segen der Wettbewerbshüter: «Der Entscheid trägt dem internationalen Marktumfeld angemessen Rechnung», wird er in der Mitteilung zitieret. «Dank dem Zusammenschluss können wir gemeinsam mit Tamedia eine starke schweizerische Alternative zu internationalen Suchmaschinen und sozialen Netzwerken aufbauen.»

Der Zusammenschluss könne ohne Einschränkungen vollzogen werden, teilten Swisscom und Tamedia in separaten Mitteilungen mit.