Googles Spähaktion kostet Konzern erneut Millionen

Während neun Monaten überwachte Google das Surfverhalten von Millionen Usern. Der Internetkonzern hebelte dazu Safari-Einstellungen von Apple aus, um auf fremden Telefonen und Computern Cookies zu installieren. Nun muss der Internetriese dafür erneut tief in die Tasche greifen.

Ein Teppich. Darauf steht: Google.

Bildlegende: Die neunmonatige Spähaktion kostete den Internetriesen Google bislang 39,5 Millionen Dollar. Keystone

Google wird in den USA erneut für das Umgehen der Datenschutz-Einstellungen bei dem Safari-Browser von Apple belangt. Um ein allenfalls noch kostspieligeres Gerichtsurteil abzuwenden, stimmte der Internetriese einem 17-Millionen-Vergleich mit den Staatsanwälten zahlreicher US-Bundesstaaten zu.

«Indem Google das Surfverhalten von Millionen Leuten erfasst hat, verletzte das Unternehmen nicht nur deren Privatsphäre, sondern auch deren Vertrauen», erklärte New Yorks Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman am Montag.

iPhones, iPads und iMacs ungefragt angezapft

Nach Ansicht der Staatsanwälte hatte Google von Juni 2011 bis Februar 2012 die Safari-Einstellungen ausgehebelt, die standardmässig vorsehen, dass Google und andere Werbekonzerne dort nicht ungefragt eine Datenspur hinterlassen dürfen.

Schon Mitte 2012 hatte der Konzern deshalb eine Busse von 22,5 Millionen Dollar an die zuständige US-Aufsichtsbehörde FTC zahlen müssen.

Google hatte einen Weg gefunden, beim Safari-Browser für iPhone, iPad und iMac ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies zu hinterlassen. Das sind kleine Dateien, mit denen sich das Verhalten im Netz teilweise nachverfolgen lässt, was vor allem für Werbetreibende interessant ist. Google verdient sein Geld mit der Platzierung von grafischen Werbeanzeigen auf Websites sowie mit Textanzeigen passend zu den Ergebnissen seiner Suchmaschine.

Google gelobte Besserung

Der Fall hat mit der Funktionsweise des Apple-Browsers zu tun: Dieser liess standardmässig keine Cookies von Drittanbietern wie Online-Werbefirmen zu. Ein Nutzer musste sie erst aktiv freischalten, was jedoch die wenigsten taten. So trickste Google und hebelte die Grundeinstellungen aus. Nachdem der Skandal aufgeflogen war, versicherte der Konzern, keine privaten Informationen gesammelt zu haben.

Das «Wall Street Journal» hatte die Praxis Anfang 2012 der Öffentlichkeit bekanntgemacht. Zur gleichen Zeit stand das Unternehmen wegen der Daten-Mitschnitte aus unverschlüsselten WLAN-Netzen durch seine Street-View-Kamerawagen in der Kritik.