Greenpeace verspekuliert sich um Millionen

Greenpeace verliert Spendeneinnahmen von fast 4 Millionen Euro. Ein Angestellter der Finanzabteilung hat sich angeblich verspekuliert.

«Hört auf, Europa zu riskieren»: Greenpeace-Transparent am AKW Fessenheim in Frankreich.

Bildlegende: Greenpeace riskiert viel, um das Risiko für die Umwelt zu minimieren. Keystone

«Wir können uns bei unseren Mitgliedern nur entschuldigen und auf ihr Verständnis hoffen. Und darauf, dass auch unsere Organisation und unser Personal nicht frei von Fehlern sind.» Das sagte der Sprecher von Greenpeace International dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Die Umweltorganisation hat 3,8 Millionen Euro an Spendengeldern verloren, weil sich einer ihrer Finanzexperten verspekulierte. Dem Mann sei eine «ernsthafte Fehleinschätzung» unterlaufen, so der Sprecher weiter. Er hat bei Termingeschäften auf sinkende Eurokurse gesetzt.

Der Verlust ist nach Einschätzung von Greenpeace zwar gravierend, aber nicht existenzbedrohend. Wie es dazu gekommen ist, muss allerdings noch untersucht werden. Greenpeace schliesse derzeit aus, dass sich der Finanzexperte persönlich bereichern wollte.

Greenpeace International verzeichnete im Jahresbericht von 2012 Einnahmen von rund 270 Millionen Euro – der Grossteil davon waren Spenden der knapp drei Millionen Unterstützer.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Werbung mit Aktivismus

    Aus 10vor10 vom 22.11.2013

    Als Greenpeace-Aktivisten, unter ihnen der Schweizer Marco Weber, versuchten auf eine russische Ölbohrplattform zu klettern, sorgten sie für Schlagzeilen. Noch mehr Schlagzeilen machte allerdings die russische Justiz, als sie alle Aktivisten inhaftierte. Auch wenn die meisten von ihnen auf Kaution wieder frei sind, bleibt die Frage: Erreichen solche Aktionen wirklich die gewünschte Werbewirkung?

  • 25 Jahre Greenpeace Schweiz

    Aus Rendez-vous vom 5.11.2009

    Per Telex wurde am 5. November 1984 die Gründung von Greenpeace Schweiz angekündigt. Schon bald machten die Schweizer Umweltschützer mit spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam.

    Aufmerksamkeit hat Greenpeace Schweiz in den letzten 25 Jahren erreicht, aber nicht nur: Der mittlerweile zweitgrösste Umweltverband hat auch etwas bewirkt.

    Brigitte Mader