Grüne Anleihen sind mehr als eine Imagekorrektur

Zwei Milliarden Dollar Gewinn hat die Zürich Versicherungsgruppe erwirtschaftet. Dieser Gewinn ist sozusagen grün. Die Zürich hat nämlich eine neue Kategorie von Geldanlagen entdeckt, sogenannte Green Bonds, grüne Obligationen. Was ist das und wie funktioniert es?

Symbolbild: Hunderte alte Kühlschränke auf einer Deponie.

Bildlegende: Alte Kühlschränke durch neue, effizientere ersetzen. Dies verfolgt einer der grünen Anlagefonds. Keystone

Green Bonds sind Anleihen, die zur Finanzierung von Umweltschutz- oder sozialen Projekten herausgegeben werden. Die Weltbank gilt als Pionierin auf diesem Gebiet. Sie hat beispielsweise eine Anleihe herausgegeben, um ein Klimaprojekt in Mexiko zu finanzieren. Auch die Zürich Versicherungsgruppe hat in dieses investiert.

Manuel Lewin, der bei der Zürich für die nachhaltige Anlage verantwortlich ist, erklärt das Projekt: «Das Ziel ist, 1,9 Millionen alte und ineffiziente Haushaltsgeräte wie zum Beispiel Kühlschränke oder Klimaanlagen sowie 45 Millionen Glühbirnen zu ersetzen. Dadurch wird der CO2-Ausstoss um etwa 3,2 Millionen Tonnen verringert.» Um denselben Effekt zu erreichen, müsste man etwa 300‘000 Auto für ein ganzes Jahr aus dem Verkehr ziehen, vergleicht er.

Immer mehr grüne Anleihen

Der Finanzierungsbedarf für solche Projekte ist gross. Entsprechend werden auch immer mehr solche Papiere herausgegeben. Vor einem Jahr gab es weltweit Green Bonds für zehn Milliarden Dollar. Inzwischen sind es 35 Milliarden, die Tendenz ist steigend. Es sind auch längst nicht mehr nur Organisationen wie die Weltbank oder die Europäische Entwicklungsbank, die solche Anleihen herausgeben, sondern zunehmend auch Privatfirmen, die Geld für grüne und soziale Projekte aufnehmen. Eines weiss auch Lewin: «Greenbonds sind sicher nicht die Lösung für das gesamte Problem in Bezug auf Klimawandel oder Nachhaltigkeit.»

Sie sind vielmehr ein kleiner Beitrag. Geht es der Zürich Versicherung also vor allem um den guten Ruf? «Nein», sagt Martin Lewin: «Imagepflege ist nicht das vorrangige Ziel. Für uns sind Nachhaltigkeitsthemen wirklich ein integraler Bestandteil der übergeordneten Anlagestrategie, weil diese Aspekte schliesslich das Risiko- und auch das Renditepotential und das Portfolio beeinflussen.»

Green Bonds sind attraktiv

Von den 200 Milliarden Dollar, die die Zürich Versicherung anlegt, entfällt allerdings erst ein Bruchteil auf Green Bonds – ein zweitausendstel. Ziel ist, den Anteil rasch zu steigern. Das tut die Zürich auch aus finanziellen Überlegungen, denn Green Bonds sind attraktiv. Sie werfen einen fixen Zins ab. Und ihr Risiko ist beherrschbar, besonders wenn man in einen Green Bond der Weltbank investiert. Hier ist die Gefahr eines Zahlungsausfalls klein. Auch das ist im Interesse einer Versicherungsgesellschaft, die ihr Geld möglichst sicher anlegen will.