Übernahme von Syngenta Grünes Licht für ChemChina

Video «Grünes Licht für Syngenta-Übernahme» abspielen

Grünes Licht für Syngenta-Übernahme

0:25 min, aus Tagesschau am Mittag vom 5.4.2017

  • Nach den US-Behörden haben auch die Kartellwächter der EU die Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina bewilligt.
  • Die Übernahme steht aber unter einigen Vorbehalten.
  • Chinas Wettbewerbshüter müssen ebenfalls noch zustimmen.

Die EU-Wettbewerbshüter erteilen die Freigabe des 43 Milliarden Dollar schweren Deals unter Vorbehalt. Der chinesische Staatskonzern soll wesentliche Teile seines europäischen Geschäfts mit Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsreglern veräussern. «ChemChina hat umfangreiche Abhilfemassnahmen angeboten, mit denen unsere Wettbewerbsbedenken ganz ausgeräumt werden», erklärte die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. «Daher konnten wir den Zusammenschluss genehmigen.»

In der Nacht auf Mittwoch hatte auch die US-Behörde Federal Trade Commission (FTC) dem bislang grössten Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens unter Auflagen zugestimmt.

Die FTC fordert, dass Syngenta und ChemChina das Herbizid Paraquat, das Insektizid Abamectin und das Fungizid Chlorothalonil verkaufen. Der Basler Konzern besitzt die Markenversion dieser drei Produkte, die in den USA einen grossen Marktanteil haben. Die ChemChina-Tochter Adama ist laut FTC der grösste oder zweitgrösste Anbieter der entsprechenden generischen Produkte.

US-Behörden sehen Wettbewerb gefährdet

In der ursprünglichen Form würde die Fusion den direkten Wettbewerb eliminieren, den es zwischen Syngenta und Adama in diesem Bereich derzeit gibt, wie die FTC argumentiert.

Zudem müssten amerikanische Kunden, die die Produkte kaufen wollten, mit höheren Preisen und schlechterem Service rechnen. Deshalb trennt sich nun ChemChina von diesen Produkten.

Was bisher geschah

  • Im Februar letzten Jahres kündigte ChemChina an, den Pflanzen- und Saatguthersteller Syngenta übernehmen zu wollen.
  • Der chinesische Staatskonzern bietet dafür 43 Milliarden Dollar.
  • Zahlreiche Kartellbehörden weltweit müssen dem Deal zustimmen, weil ChemChina durch die Übernahme zum weltweit grössten Hersteller von Pflanzenschutzmitteln würde.