«Habe mit der Muttermilch Bio aufgenommen»

Daniel Bärtschi, Geschäftsführer von Bio Suisse erklärt im Interview mit SRF, wie er sich persönlich für Nachhaltigkeit einsetzt und warum Bio-Produkte so teuer sind.

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Interview mit Bio-Suisse-Chef Daniel Bärtschi

2:14 min, vom 8.4.2015

Bio ist im Leben von Daniel Bärtschi allgegenwertig. Schon als Kind war er ständig mit dem Thema konfrontiert, führten doch seine Eltern einen Bio-Bauernhof im Kanton Bern. Heute lebt Bärtschi zwar in der Stadt, doch Werte der Nachhaltigkeit und der Ökologie sind ihm in das urbane Leben gefolgt: Heute ist Daniel Bärtschi der Geschäftsleiter von Bio Suisse, dem Dachverband der Knospebetriebe, unter welchem rund 5800 Bauern und auch viele Gärtner organisiert sind.

An der jährlichen Medienkonferenz verkündete Bärtschi heute stolz, dass Bio weiterhin sehr gefragt sei – Tendenz steigend. SRF wollte von ihm wissen, wie er es selbst mit Bio-Produkten im täglichen Leben hält.

«Mit der Muttermilch Bio aufgenommen»

Gemäss Bärtschi ist der Anbau und Konsum von Bio-Produkten «die sinnvollste Möglichkeit, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen.» Seine Überzeugung und sein Einsatz für die Umwelt haben ein klares Ziel: «Ich möchte eine Erde für unsere Enkel hinterlassen, die noch wertvoll ist und wo sie auch noch leben können.»

Die Wertschätzung einer intakten und gesunden Welt stammt unter anderem aus seiner Kindheit. Er habe auf dem elterlichen Bauernhof «quasi mit der Muttermilch Bio aufgenommen», sagt Daniel Bärtschi.

«Ich würde aufs Auto verzichten»

Doch selbst der Bio-Suisse-Chef muss Kompromisse eingehen. So besitze er etwa ein Auto, das als kleine Ökosünde bezeichnet werden kann. Hauptsächlich sei er aber mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs.

Wenn er auf eine Sache verzichten müsste, um noch nachhaltiger zu leben, so ist für ihn ganz klar: «Ich würde effektiv aufs Auto verzichten.»

«Die anderen Lebensmittel sind zu billig»

Auch bei Bärtschis zu Hause wird oft über das Thema Bio debattiert. Vor allem wenn Gäste zu Besuch sind. Für viele Schweizerinnen und Schweizer ist der oft zu hohe Preis die Krux, warum sie nicht regelmässig Bio-Produkte kaufen und konsumieren. Daniel Bärtschi erwidert, sowohl in der Produktion als auch in der Verarbeitung entstünden hohe Zusatzkosten aufgrund der vielen Auflagen.

Der Anteil, der in der Schweiz für Lebensmittel ausgegeben werde, sei im Vergleich zu anderen Konmsumgütern jedoch klein. Vor allem in der Unterhaltungselektronik sei die Bereitschaft, einen Aufpreis für höhere Qualität zu zahlen, vorhanden - bei den Lebensmitteln sei «der Widerstand grösser.» Und Bärtschi ist überzeugt: «Eigentlich ist nicht Bio zu teuer, sondern die anderen Lebensmittel sind zu billig.»

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die Bio-Knospe gedeiht gut

    Aus Tagesschau vom 8.4.2015

    Biologisch produzierte Nahrungsmittel der Organisation Bio Suisse legen weiter zu. Im letzten Jahr erreichte der Gesamtumsatz der Bio-Produkte mehr als 2 Milliarden Franken. Das Wachstum liegt deutlich über jenem des übrigen Detailhandels.

  • Trend zum Biobetrieb

    Aus Tagesschau vom 8.4.2015

    Bio liegt im Trend. In den vergangenen Jahren hat die Anzahl der Biobetriebe in der Schweiz immer mehr zugenommen. Bio-Suisse hat Ende 2014 insgesamt 5‘979 Betriebe registriert. Die Organisation geht davon aus, dass das Bedürfnis nach Bio-Produkten weiter wächst.