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Handelskonflikt China-USA Diese Massnahmen will Trump gegen China umsetzen

Legende: Audio Wen treffen die Zölle auf chinesischen Waren, zum Beispiel auf Stahlrohren? abspielen. Laufzeit 02:38 Minuten.
02:38 min, aus HeuteMorgen vom 23.03.2018.

1300 Produkte aus 100 verschiedenen Bereichen soll die Liste enthalten, die der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer innerhalb der nächsten 15 Tage Präsident Donald Trump vorlegen soll.

Und diese aus China importierten Produkte würden dann mit Zöllen belegt werden. Wie hoch die ausfallen sollen, ist noch unklar. Doch das Weisse Haus rechnet mit einem Gesamtvolumen von 60 Milliarden Dollar.

Donald Trump beschuldigte China am Donnerstag, dafür verantwortlich zu sein, dass in den USA in den letzten Jahrzehnten 60'000 Unternehmen dicht machen mussten und somit sechs Millionen Arbeitsplätze verloren gingen.

Streit um geistiges Eigentum

Wirtschaftsexperten bezweifeln dies. Aus dem Weissen Haus hiess es, damit sei nun Schluss. Offiziell wird der Schritt, zusätzliche Zölle einzuführen, damit begründet, dass China sich regelmässig geistiges Eigentum der USA aneigne. Teils durch die Kontrolle von amerikanischen Firmen auf dem chinesischen Markt, teils durch Hacker, teils durch Aufkäufe amerikanischer Unternehmen.

USA zieht China vor die WTO

Die USA verschärfen den wirtschaftlichen Konflikt mit China und ziehen wegen Diebstahls geistigen Eigentums vor die Welthandelsorganisation (WTO). Damit solle «unfairen» Praktiken von Seiten Chinas im Technologiebereich begegnet werden, erklärte das Büro des US-Handelsbeauftragten am Freitag.

Neben den Zöllen will die Trump-Administration auch chinesische Investitionen in den USA beschränken und weniger Visa für Studierende aus China genehmigen lassen.

US-Unternehmen befürchten Einbussen

Der Dow-Jones-Index stürzte nach Ankündigung der Zölle deutlich ab, die Investoren zeigten sich nervös und fürchten einen offenen Handelskrieg zwischen den USA und China. Insgesamt befürworten jedoch die meisten Amerikaner ein hartes Vorgehen gegen China. Donald Trump versicherte, die Amerikaner würden kaum etwas von den zusätzlichen Zollgebühren spüren.

Dem widersprachen jedoch mehrere Unternehmen, die in China produzieren lassen, darunter Apple und Walmart. US Wirtschaftsexperten sind sich auch darin einig, dass China mit seinen geplanten Gegenmassnahmen vor allem jene Bundesstaaten treffen wird, in denen Donald Trump gewonnen hatte. Ganz oben auf der Liste der US-Exporte nach China stehen Sojabohnen und Schweinefleisch. Produkte, die vor allem aus republikanisch dominierten Bundesstaaten des Mittleren Westens kommen.

EU noch verschont

Wenige Stunden vor Inkrafttreten von erhöhten Einfuhrzöllen auf Stahl und Aluminium haben die USA angekündigt, die Länder der Europäischen Union und weitere Partner vorerst davon zu befreien. Ausser die 28 EU-Staaten betrifft dies auch Südkorea, Argentinien, Australien und Brasilien. Zugleich unterzeichnete US-Präsident Donald Trump am Donnerstag ein Dekret, das vorsieht, den Rivalen China mit milliardenschweren Strafzöllen zu belegen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Dass sich China geistiges Eigentum der USA aneignet, das finde ich eine faire Formulierung. Das schadet dann den Profiten der US Firmen und deren Besitzer (Stichwort Kapitalisten) und hilft der einfachen Bevölkerung Chinas, die heute viel reicher ist als noch vor dreissig Jahren (Stichwort Arbeiterklasse). Eine Milliarde Menschen nicht mehr in absoluter Armut, dafür weniger Profite bei den Grosskonzernen - ich finde das gut, als erklärter Sozialist. Die kapitalistischen USA stört es. Fair enough
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Diese Politik von Trump ist absolut die einzig richtige Massnahme um gegen den aggressiven Wirtschaftsstil des Kapitalkommunistischen China vor zu gehen. Der ganze Know How -Klau den China seit 30 Jahren betreibt und auf Kosten der Umwelt Milliarden an Schäden hinterlässt, ist nur durch harte Massnahmen zu bremsen. Der ganze Chinaramsch ist absolut überflüssig für den Westen - und die Konzerne sollen aus China raus - die Chinesen sollen ihren Plunder behalten - wir brauchen den nicht !
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    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...Ihre Worte: Wir rauchen den ganzen Ramsch nicht - Leider wird dieser Mist aber trotzden tonnenweise gekauft - somit sind "wir" alle selber schuld an diesen "eExzessen" - Das Know-How ist jeweils freiwillig weiter gegeben worden, für die Produktion in Billig-China. Die Chinesen machen es genau gleich, wie damals die Japaner - abkupfern bis zur Perfektion - und was dann ?
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    2. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      @klarsicht. Es gibt immer Verkäufer und Käufer. Und es gibt Schlaue und Schlauere. Wer, was ist? Darüber können sie mal nachdenken.;)
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  • Kommentar von Urs Müller, Santiago de Chile (urm)
    Die USA haben es China gegenüber schlicht verschlafen. In ihrem Grössenwahn ist die Staatsverschuldung mittlerweile bei über 16 Billionen USD angekommen und bereits mehr als 15% der Staatsanleihen sind in chinesischer Hand. Eine leichte Zinserhöhung und schon sind die 60 Mia. wieder drinnen. Eine grössere Zinserhöhung und die USA sind definitiv pleite, ausser die Chinesen geben noch mehr Kredit und bekommen so die Zügel in den USA noch weiter in die Hand. Trump sollte mal darüber nachdenken ...!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Er scheint der erste, der darueber nachdenkt. Zinserhoehungen ohne flankierende Massnahmen waeren wirklich katastrofal....
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    2. Antwort von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
      U.M@; Sie haben recht, mit Ihrer Annahme. Die Verschuldung der USA lag Ende Februar 2018 bei 20.32 Billionen USD. Die Gefahr ist also noch etwas grösser. Da sollte Trump etwas vorsichtiger sein, = die Zölle weniger stark anheben.
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