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Wirtschaft Heinz Karrer soll neuer Präsident von Economiesuisse werden

Heinz Karrer soll den Wirtschaftsdachverband wieder in ruhigere Gewässer steuern: Der Vorstandsausschuss schlägt den Chef des Energiekonzerns Axpo als neuen Präsidenten vor. Dier ersten Reaktionen auf die Nomination sind mehrheitlich positiv.

Heinz Karrer soll den Chefposten des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse übernehmen. Karrer kenne Economiesuisse gut dank seiner Arbeit im Vorstand und in den Ausschüssen.

Im Communiqué streicht der Wirtschaftsdachverband Karrers Glaubwürdigkeit, seine Fähigkeit zum Dialog und seine guten Kenntnisse des politischen Systems der Schweiz hervor.

SRF-Wirtschaftsredaktor Reto Lipp zählt Karrer zu den mediengewandtesten Managern in der Schweiz. «Er weiss, wie die Medien ticken. In den 90er war er Chef vom Ringier-Konzern.» Genau so einen brauche der Verband jetzt, so Lipp.

Bürgerliche: Vorschusslorbeeren für Karrer

Auch Politiker sind zufrieden mit der Nomination. FDP-Präsident Philipp Müller schätzt Karrers «hohe Glaubwürdigkeit», wie er im Gespräch mit «10vor10» sagt. SVP-Fraktionspräsident Adrian Amstutz geht davon aus, dass «er mehr Bodenhaftung hat als sein Vorgänger».

Legende: Video Heinz Karrer soll Economiesuisse leiten abspielen. Laufzeit 04:13 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.08.2013.

Corrado Pardini, SP-Nationalrat und Unia-Geschäftsleitungsmitglied, räumt zwar ein, dass eine schwierige Aufgabe auf Karrer zukomme. Die Frage sei aber, ob Economiesuisse – so wie der Verband in den letzten Jahren funktioniert habe – ein Verband sei, den es noch brauche.

Karrer: «Grosse Ehre»

Für Karrer ist die Nomination eine grosse Ehre. Dies schreibt er in einer persönlichen Erklärung. Er sehe im Amt eine herausfordernde und spannende Aufgabe. In seiner elfjährigen Tätigkeit als Axpo-Konzernchef habe er gemerkt, wie wichtig die politischen Rahmenbedingungen für das Gedeihen der Wirtschaft seien.

Die Wahl wird am 29. August abgehalten. Karrer werde die Geschäfte schrittweise übernehmen. Wie schnell der designierte Präsident die volle Verantwortung übernehmen kann, hängt davon ab, wie rasch Axpo die Nachfolge von Konzernchef Karrer regelt.

In der Zwischenzeit führen wie bislang die drei Vizepräsidenten von Economiesuisse die Geschäfte des Präsidenten.

Dachverband in der Kritik

Bei Economiesuisse gaben im Frühsommer sowohl Direktor Pascal Gentinetta als auch Präsident Rudolf Wehrli ihren Rücktritt bekannt. Der Wirtschaftsdachverband ist zuletzt wegen des verlorenen Abstimmungs-Kampfs um die Abzocker-Initiative in die Kritik geraten.

Im Februar gab zudem der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) wegen eines Konflikts um den Schutz der Marke «Swiss Made» den Austritt aus dem Dachverband bekannt.

Axpo-Präsident bedauert Rücktritt

Axpo-Präsident Robert Lombardini bedauert, dass Karrer den Konzern verlässt. «Ich habe gerne mit ihm zusammengearbeitet.» Economiesuisse habe mit Karrer aber einen guten Präsidenten auserkoren.

Axpo habe die nötigen Massnahmen eingeleitet, um einen neuen Konzernchef oder eine neue Konzernchefin zu finden. Der Konzern werde aber erst nach der Wahl Karrers zum Economiesuisse-Präsidenten die Öffentlichkeit informieren.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Er hat Charisma & Scharm. Er ist ein exzellenter Kommunikator in allen Chefetagen. Motto: „Des Herren Brot ich iss, des Herren Lied ich sing“. So z.B. bei Ogi’s ehem. Intersport, Swisscom, Ringier, SRG, Kuoni, Swissgrid, Neue Luzerner Zeitung u.v.a. Ein aalglatter Teflonmann ohne grundsätzliche Sach- & Fachkenntnisse. Genau solche Leute braucht die Economiesuisse! Auch wenn der ausl. Handel m. foss. Energie (z.B. Iran/Karrer/Calmy Rey!) wegen Solar-& Windstrom nur Verluste brachte!
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      In vielen Fällen fehlte dem Ogi die Bildung, er war dennoch besser als die SVP-Bundesräte nach ihm, er war ein Pragmatiker und kein Demagoge und selbsternannter Messias.
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  • Kommentar von lena meier, Brugg
    Nun, da hat Economisuisse aber einen würdigen Präsidenten gefunden... Für mich verkörpert Herr Karrer geradezu perfekt wofür Economisuisse in meinen Augen steht: völlig abgehobene, arrogante Finanzelite. Karrer mit seiner Atomvergangenheit steht ganz besonders für kurzfristiges Profitdenken durch Atomstrom im Sinne von "nach mir die Sintflut", Hauptsache ich habe meine Millionen im Trockenen. Genau diese Leute reiten die Schweiz ins Verderben!
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    1. Antwort von Thomas Müller, Ottikon
      Ja, Frau Meier, da kann ich Ihnen beipflichten - leider. Aber seien wir doch ehrlich, ich glaube kaum, dass dieser "flotte" Herr diesen Verband wieder aufs Gleis bringen wird. Economiesuisse hat - nicht nur in der letzten Zeit - zuviel vermasselt. Auch "Supermann" Karrer kann es nicht mehr richten.
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