Herber Gewinneinbruch bei ABB

2015 war kein gutes Jahr für den Industriekonzern ABB. Der Gewinn ist um ein Viertel gesunken und auch der Umsatz ging zurück. Schuld daran ist vor allem die Krise in der Öl- und Gasindustrie. Ein Lichtblick ist dagegen die Robotik-Industrie. Hier will ABB weiter investieren.

Logo von ABB auf einem Dach.

Bildlegende: Der Schweizerisch-schwedische Industriekonzern ABB legt schlechte Zahlen vor. Reuters

Der Industriekonzern ABB muss einen herben Rückschlag hinnehmen. Im vergangenen Geschäftsjahr drückte die schwache Erdöl- und Erdgas-Industrie auf Umsatz und Gewinn. Der Gewinn liegt im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel tiefer bei 1,93 Milliarden Dollar. Der Umsatz verringerte sich um 11 Prozent auf 35,48 Milliarden Dollar, wie der Konzern mitteilte.

Schwierigkeiten gegen Ende Jahr

Wie erwartet, hatte es ABB zum Jahresende besonders schwer: Im vierten Quartal 2015 lag der Gewinn im Vorjahresvergleich um 70 Prozent tiefer. Die noch im September gesetzten Wachstumsziele wurden nicht erreicht.

Auch der Auftragseingang ging im vierten Quartal zurück, und zwar um 12 Prozent auf 8,26 Milliarden Dollar. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich ein Minus von 2 Prozent. Allein die Aufwertung des US-Dollars gegenüber der Vorjahresperiode führte zu einem negativen Umrechnungseffekt von 9 Prozent.

«Fliegen auf Sicht»

Für die nähere Zukunft bleibt ABB weiterhin zurückhaltend. CEO Ulrich Spiesshofer spricht im Hinblick auf seine Erwartungen für das laufende Jahr von «fliegen auf Sicht in einem schwierigen Marktumfeld», wie er in einer Videobotschaft des Unternehmens sagte. Die Aussichten für den Öl- und Gasmarkt seien weiterhin gedämpft, wogegen es für andere Bereiche ermutigende Anzeichen gebe.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, muss die ABB-Spitze etwas tun: Einerseits will Spiesshofer die Kosten senken, unter anderem durch eine Effizienzsteigerung bei den Abläufen. Zudem sollen neue Technologien wie die Robotik den Umsatz ankurbeln. «Sie ist sicher eine der grossen Zukunftstechnologien der Menschheit», ist der CEO überzeugt.

Bereits jetzt gehört ABB zu den führenden Anbietern in dem Segment. Mit der anlaufenden sogenannten 4. Industriellen Revolution, die sich durch die Automatisierung verschiedenster Abläufe und Produktionsvorgänge sowie durch eine Vernetzung von Virtuellem und Materiellem auszeichnet, dürfte die Sparte Robotik weiterhin boomen.

Der Verwaltungsrat soll vergrössert werden

Zusammen mit dem Jahresergebnis 2015 gab die ABB-Spitze einen Antrag zur Erweiterung des Verwaltungsrats bekannt: Neu zugewählt werden sollen Frederico Fleury Curado, Robyn Denholm, David Meline und Satish Pai. Nicht mehr zur Verfügung stellt sich Roger Agnelli. Stimmt die Generalversammlung vom 21. April den Vorschlägen zu, wird der Verwaltungsrat von acht auf elf Mitglieder erweitert.