Zum Inhalt springen

Wirtschaft Heute geklickt, heute geliefert

Weihnachtsgeschenke im Internet einzukaufen ist praktisch und bequem. Wenn nur die lange Wartezeit für die Lieferung nicht wäre. Damit ist es jetzt vorbei: Immer mehr Firmen liefern die Pakete innerhalb weniger Stunden. Für die Online-Händler bringt dies verschiedene Vorteile.

Legende: Video Eben erst bestellt und schon geliefert abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.12.2016.

Besteht überhaupt ein Bedürfnis? Seitens der Kunden sei die Nachfrage nach einer prompten Lieferung noch relativ klein, räumt Patrick Kessler, Präsident des Verbands für den Schweizerischen Versandhandel, ein. Dieses müsse erst noch geschaffen werden. «Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Kundenerwartungen in Bezug auf Lieferfristen laufend ansteigen», sagt Kessler. Der Druck, immer schneller zu liefern, sei für die Online-Händler deshalb gross.

Unterscheidungsmerkmal: Viele Online-Händler können sich heute kaum mehr über Preise oder das Sortiment von der Konkurrenz abheben. Die Lieferbereitschaft und die Geschwindigkeit würden daher zu einem immer wichtigeren Differenzierungsmerkmal, weiss Unternehmensberater Thomas Lang. Auch die Nachteile gegenüber Geschäften vor Ort versuchen die Online-Unternehmen durch kurze Lieferfristen wettzumachen. «Wenn ich die Lieferung in zwei bis drei Stunden bekomme, überlege ich mir einmal mehr, ob ich in die Stadt gehe und mir einen Parkplatz suche», sagt Lang.

Kampf gegen ausländische Konkurrenz: Um möglichst schnell liefern zu können, lassen sich die Online-Anbieter verschiedene Wege einfallen. Die einen arbeiten mit Pizza-Auslieferern zusammen, andere setzen auf Velo-Kuriere. Die Voraussetzung ist aber überall die gleiche: kurze Distanzen. Gerade deshalb sei eine schnelle Auslieferung eine Möglichkeit für Schweizer Online-Händler, sich gegen die ausländische Konkurrenz zu verteidigen, sagt Thomas Lang: «Will ein internationaler Händler mitbieten, muss er in die Schweiz kommen. Dann würden für ihn allerdings wieder höhere Personal- und Infrastrukturkosten anfallen.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Schon wieder etwas, das die unbarmherzige Konkurrenz - jetzt im Lieferungssektor - anheizt. Die meisten von uns haben eine Doppelrolle: Während der Arbeit Dienstleister, dann wieder Kunde. Das Karussell der gegenseitigen Erwartungen dreht sich immer schneller. Wir schaden damit uns selber. Es macht die Gesellschaft noch kränker, als sie schon ist: Immer mehr, immer schneller, keine Wartezeiten und damit auch keine Verschnaufpausen mehr. Beginnen wir gleich hier: Solche Dienste nicht nutzen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Es steht ja klar und deutlich da: es geht um ein Bedürfnis, das erst noch zu schaffen ist. Wenn es dann gelungen ist, dieses zu schaffen, heisst es, die Menschen haben es so gewollt. Frage: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Maria und Josef hatten am Morgen des 24. Dezember geklickt und das Christkind wurde noch am selben Abend in den Stall zu Bethlehem abgeliefert. Die Engelschar spendete Beifall. Die 3 Könige bestellten später ihre Geschenke ebenfalls im Internet und reisten mit Online-Mobility-Kamelen nach Bethlehem.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen