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Wirtschaft Historischer Verlust bei Microsoft, Gewinnsprung bei Apple

Mit dem Kauf von Nokia wollte Microsoft im Smartphone-Geschäft zu Apple und Samsung aufschliessen. Doch der Deal erwies sich als Flop und beschert der US-Softwarefirma nun den grössten Quartalsverlust seit ihrer Gründung.

Legende: Video Microsoft krankt an seinem Handy-Geschäft abspielen. Laufzeit 0:48 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.07.2015.

Wegen dem Einstieg ins Handy-Geschäft ist der US-Konzern Microsoft tief in die roten Zahlen gerutscht, so tief wie noch nie zuvor. Von April bis Juni sammelte sich unter dem Strich ein Minus von 3,2 Milliarden Dollar, wie Microsoft mitteilt. Im selben Zeitraum vor einem Jahr waren es noch 4,6 Milliarden Dollar Gewinn. Auch der Umsatz sank um gut fünf Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar.

7,6 Milliarden Dollar abgeschrieben

Schuld an dem drastischen Absturz ist die Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia im letzten Jahr. Der Deal kostete Microsoft fast 9,5 Milliarden Dollar und hat sich als monumentaler Flop erwiesen: Abschreibungen von 7,6 Milliarden Dollar und Umbaukosten belasten das Quartalsergebnis mit 8,4 Milliarden Dollar.

Mit Nokia-Smartphones wollte Microsoft seine Konkurrenten Apple und Samsung angreifen. Doch die Geräte blieben ein Ladenhüter – ganz im Gegensatz zu den iPhones. Sie haben Apple im letzten Quartal einen Sprung bei Umsatz und Gewinn eingebracht.

Ein Drittel mehr iPhones verkauft

Der Microsoft-Konkurrent steigerte seine Erlöse gegenüber dem selben Quartal im Vorjahr um einen Drittel auf 49,6 Milliarden Dollar. Gleichzeitig kletterte der Gewinn um 38 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar, wie Apple mitteilt.

47,5 Millionen iPhones gingen von April bis Juni über den Ladentisch. Das waren 35 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichwohl reagierten die Marktteilnehmer enttäuscht. Sie hatten mit rund 49 Millionen verkauften Geräten gerechnet. Die Aktie gab deshalb im nachbörslichen Handel zwischenzeitlich um rund sieben Prozent nach.

Keine Zahlen zu Apple Watch

Zu der Computer-Uhr, die im April auf den Markt gekommen war, gab Apple keine genauen Zahlen bekannt. Konzernchef Tim Cook sprach lediglich von einem «grossartigen Start» für die Apple Watch, der die eigenen Erwartungen übertroffen habe.

Er betonte zugleich, die Uhr habe Umsatzeinbussen bei anderen Geräten ausgeglichen und sei für den gesamten Zuwachs von gut 950 Millionen Dollar binnen drei Monaten verantwortlich gewesen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Nokia baute lange die besten Handys. Nachdem sie von Sybian auf Linux gewechselt hatten (z.B. N900, etc.) gabs ein richtiger boost bei Nokia, doch dann wurde Noika von Micro$soft aufgekauft und somit war nur noch die Hardware gut, aber das Betriebsystem wollte keiner. Klar das die meisten ein iPhone oder Samsung Phone nehmen, für mich war Noika gestorben und ich fand Noika eines der besten und zuverläsigsten Handys.
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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Und wieder mal sind die Aktionäre die Gewinner und die Arbeiter, die am Förderband arbeiten die verlierer! Super gerechte Welt die wir haben, nur bedauerlich!
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  • Kommentar von H Kuhn, Bern
    Cool, Made in China. @hans peter, ja falsch; hier Inputs aus Online-News-Quellen: << Apple ist einer der am wenigsten sozial engagierten Konzerne der Welt >>, << Apples neuer CEO unterscheidet sich z.T deutlich von Jobs – dazu zählt unter anderem seine Bereitschaft zu wohltätigen Spenden. Jobs war nicht gerade für seine Menschenfreundlichkeit bekannt. Er soll sogar gesagt haben, er lehne es ab, Geld zu verschenken. >> Passt alles gut zusammen ...
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    1. Antwort von hans peter, uznach
      Tja, man sollte nicht immer alles glauben was man liest - die von Ihnen zitierten «Online-News-Quellen» beruhen auf lange geglaubte Annahmen. Jobs Frau Laurene Powell selbst hat damit aber längst aufgeräumt. Jobs hat während Jahrzehnten laut Powell (und die muss es ja wissen) viele Millionen gespendet (Quelle: New York Times)
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