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Wirtschaft Höchste Arbeitslosigkeit seit 11 Jahren in der Eurozone

Zwölf Prozent Arbeitslose in den 17 Ländern der Eurozone zum Jahresbeginn. Das hat es seit elf Jahren nicht mehr gegeben. Besonders hart trifft es junge Menschen im Süden. Eine alarmierende Situation, sagt Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann.

Legende: Video Arbeitslosigkeit in der EU auf Rekordhoch abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 02.04.2013.

Erstmals liegt die Arbeitslosenquote in der Eurozone zu Jahresbeginn bei 12 Prozent. Im Februar waren über 19 Millionen Menschen arbeitslos, meldete das europäische Statistikamt Eurostat.

Menschen stehen vor einem Arbeitsamt Schlange.
Legende: Rekordhohe Arbeitslosigkeit in den Euro-Ländern: Besonders betroffen ist der Süden – wie hier Spanien. Reuters

Jeder Vierte unter 25jährige ohne Job

In der gesamten EU mit 27 Staaten betrug die Quote 10,9 Prozent, 0,1 Punkte mehr als im Vormonat. In den Euro-Ländern waren im Februar knapp 1,8 Millionen Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahresmonat.

Besonders schwierig ist die Lage in den südeuropäischen Krisenländern. Griechenland und Spanien melden über 26 Prozent Arbeitslose, in Portugal sind es 17,5 Prozent.

Ganz hart trifft es die Jungen: Über die Hälfte der unter 25jährigen in Griechenland und Spanien ist ohne Job. In Portugal und Italien ist es statistisch mehr als jeder Dritte. Die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit in der Eurozone lag bei 23,9 Prozent.

Straumann: Der Euro ist schuld

Tobias Straumann
Legende: Tobias Straumann fordert ein dezidiertes Vorgehen gegen die Krise in Europa. Keystone

Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann macht für diese rekordhohe Arbeitslosigkeit das Europrojekt verantwortlich. Eine Kombination von hohen Zinsen, schwachem Wachstum, Sparpolitik und einer überbewerteten Währung im Süden Europas seien schuld daran, sagte er auf Anfrage von SRF News Online.

Die Länder im Süden hätten zwar immer schon strukturelle Probleme gehabt, doch seien diese durch die aktuelle Entwicklung noch verschärft worden. «Ich wundere mich, dass es nicht mehr Widerstand gibt gegen die Währung», fügte Straumann hinzu. In Italien sei die Stimmung aber schon gekippt.

«Durchwursteln» bringt nichts

Um die Entwicklung wieder in geordnete Bahnen zu bringen, sollten laut Straumann als erstes die Geschäftsbanken stabilisiert und restrukturiert werden. Dann müssten die Sparmassnahmen aufhoben werden, weil diese nichts brächten. «Das gibt Rückenwind für Strukturreformen, die sicher nötig sind.»

Und als letztes müsste die Europäische Zentralbank weit expansiver als bisher agieren und versuchen, eine Inflation herbeizuführen. Eine Entschuldung wäre so einfacher zu bewerkstelligen. Wird laut Straumann nichts unternommen zur Stabilisierung der Währungsunion, ist der Euro auf die Dauer nicht haltbar; «Durchwursteln, ohne etwas zu machen, führt nirgendwo hin.»

Legende:
Arbeitslosenquote in der EU und im Euroraum: Quote von 2002 bis 2012 (jeweils Monat Dezember) EUROSTAT

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6 Kommentare

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  • Kommentar von jc.heusser, erstfeld
    Die Globalisierung hat eben mehr "Schatten als Sonnenseiten" und auch das streben nach ewigem Wachstum hat seine Grenzen und fordert seinen Preis ! Die Menschen sollten wieder lernen "bescheidener zu werden und zu leben". Nur noch sich das leisten was man auch bezahlen kann, denn das Leben auf Pump hat keine Zukunft und führt nur ins Verderben ! Das sollten sich vorallem die Jungen und "möchtegerne Grossen" hinter die Ohren schreiben !
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Um die leistungslosen Kapitaleinkommen zu finanzieren, müssen Güter produziert werden, woran die Empfänger der Kapitaleinkommen kein Bedürfnis haben und die Bedürftigen sich diese mit ihrem Einkommen nicht leisten können. Die Bedürftigen müssen sich bei den Empfänger der Kapitaleinkommen verschulden, damit der Markt einigermassen geräumt werden kann!
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Einerseits ist die Währungsunion eine Fehlkonstruktion, andererseits ist die Entwicklung zu immer mehr Leben auf Pump und schliesslich Armut eine logische, unaufhaltsame Folge unseres Geld- und Wirtschaftssystems. Es kann nicht aufgehen. Es funktioniert nur, wenn exponentiell immer mehr Geld mit Geld (Zinsen, Gewinne, Rendite usw.) verdient werden kann. Der Anteil am Kuchen wird für die Leistungserbringer immer kleiner während der Anteil für die Bezieher leistungsloser Einkommen wachsen muss...
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  • Kommentar von Ein Hinseher, Kleinbösingen
    Ohne gesunde Finanzen gibt es in der modernen Wirtschaft nur beschränkt Arbeit. Das sollten sich Politiker von links nach rechts und wieder zurück endlich merken. Heisst: Keine Politik à la F. Hollande, aber auch keine freie Hand für Wall Street und Paradeplatz. Schon gar nicht ungebremste Ausgabenüberschüsse wie am Mittelmeer, aber auch nicht die Wirtschaft und den Sozialstaat abwürgen durch zu harte Ausgabenbremse. Der Schlüssel heisst Vernunft, Zusammenarbeit und - Aermel hochkrempeln...
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Es gibt kein Schlüssel und kein Ausweg aus der Krise mit dem heutigen Geld- und Finanzsystem sowie dem heutigen Bodenrecht.
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