Hypotheken-Deal kommt JPMorgan teuer zu stehen

Von 2005 bis 2007 tätigte die US-Grossbank umstrittene Geschäfte. Sie gelten als Auslöser der Finanzkrise. Die Rechnung folgt jetzt.

Der Verkauf von umstrittenen Hypothekenpapieren vor der Finanzkrise hat voraussichtlich ein teures Nachspiel für die US-Grossbank JPMorgan Chase. Das Geldhaus könnte sich mit einer Vergleichszahlung von rund 11 Milliarden Dollar freikaufen, sagte ein Insider.

Dabei sollten 7 Milliarden Dollar in bar fliessen. Weitere 4 Milliarden Dollar entfielen auf finanzielle Erleichterungen, die JPMorgan Kunden zugestehen sollte. Der Gesamtbetrag könnte sich im Laufe der Verhandlungen allerdings noch ändern. Ein JPMorgan-Sprecher wollte sich nicht dazu äussern.

JPMorgan werden Gesetzesverstösse bei dem Verkauf hypothekenbesicherter Wertpapiere und riskanter Immobilienkredite im Zeitraum 2005 bis 2007 vorgeworfen. Der Handel mit Hypothekenpapieren gilt als ein Auslöser der globalen Finanzkrise. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos. Sie brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele Banken kamen in Schwierigkeiten.

Im Visier der USA

JPMorgan steht als US-Branchenprimus unter besonderer Beobachtung. Die US-Regierung geht aber auch noch gegen andere Finanzinstitute vor, um sie für die Finanzkrise zur Rechenschaft zu ziehen und sie an den Kosten zu beteiligen. Erst am Dienstag reichte eine US-Regulierungsbehörde Anklage gegen mehrere Banken ein – auch gegen UBS und CS. Mehr hier.