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Wirtschaft Immer mehr Menschen ohne Arbeit

Mehr als sechs Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise nimmt die Arbeitslosigkeit weltweit immer noch zu. Vor allem junge Menschen sind betroffen. Um das zu ändern, sei viel mehr Wachstum nötig, mahnt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO).

Legende:
Entwicklung der Arbeitslosigkeit (Angaben in Prozent): 2014 waren weltweit über 201 Millionen erwerbsfähige Menschen arbeitslos (5.9 Prozent). Da die Weltbevölkerung stetig wächst, dürften anteilsmässig in den kommenden Jahren noch mehr Leute ohne Job sein. (ILO)

Die Zahlen sind eindrücklich: Im vergangenen Jahr waren weltweit über 200 Millionen Menschen arbeitslos. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 gingen 60 Millionen Stellen verloren. Eine Verbesserung ist nicht zu erwarten.

Allein im laufenden Jahr könnten weitere drei Millionen Arbeitslose dazukommen, sagt ILO-Generaldirektor Guy Ryder. Dabei fehlen nicht nur Arbeitsplätze für die Menschen, die bereits arbeitslos sind.

Diese Entwicklungen schwächen das Vertrauen in Regierungen und bergen ein hohes Risiko für soziale Unruhen.
Autor: Guy RyderILO-Generaldirektor

Es fehlen vor allem auch Arbeitsplätze für die Jungen, die Jahr für Jahr zusätzlich auf den Arbeitsmarkt drängen. Die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen ist im Schnitt dreimal höher als in anderen Altersklassen. Die Arbeitslosenrate bei den Jugendlichen beträgt im Durchschnitt 13 Prozent.

Grosse Länderunterschiede

Von Land zu Land gibt es allerdings grosse Unterschiede. In manchen entwickelten Ländern sinkt die Arbeitslosigkeit sogar. Zum Beispiel in Japan, den USA und in einzelnen europäischen Ländern.

In einzelnen Schwellenländern dagegen verschlechtere sich die Situation, sagt Ryder. In lateinamerikanischen Staaten und der Karibik, in China, Russland und arabischen Staaten. In diesen Ländern sind die Jahre mit ausserordentlich hohen Wachstumsraten vorbei.

Legende:
Arbeitslosigkeit 2014 nach Regionen (Angaben in Prozent): In Nordafrika und dem Mittleren Osten ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit am höchsten. Hier fliessen die Auswirkungen der grossen Flüchtlingsströme mit ein. (ILO)

ILO appelliert an Regierungen

Eine Patentlösung hat auch die ILO nicht. Die UNO-Organisation appelliert an die Regierungen rund um den Globus, Wirtschaftswachstum zu fördern, damit neue Arbeitsplätze entstehen.

Eine schwierige Aufgabe. Denn das Vertrauen in die Politik habe spürbar gelitten, so Ryder – nicht nur in entwickelten Ländern, sondern auch im Nahen Osten und im nördlichen Afrika. Die Gefahr sozialer Unruhen nehme weiter zu.

(amka;brut)

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16 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Die Übersättigten wissen nicht mehr wohin mit dem Geld, welches dank der Überproduktion der Erwerbstätigen verdient wurde, in dem die Erwerbstätigen immer mehr produzieren, als sie selbst konsumieren können. Doch an der Güterüberproduktion sind die Gewinner kaum mehr interessiert. Damit der Markt trotzdem geräumt wird, müssen sich die Staaten immer mehr verschulden. Ein irrsinniges System.
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Es ist bekannt, dass vom Wachstum der letzten Jahrzehnten in den USA als Beispiel vor allem die obersten Einkommen und Vermögensschichgten profitiert haben. Es braucht nicht mehr Wachstum, sondern eine gerechtere Verteilung. Und weil Umverteilung durch Steuern bürokratisch ist und nicht wirklich klappen kann, müssen die Rahmenbedingungen so sein, dass es gar nicht erst zu solchen irrsinnigen Einkommen und Vermögen kommen kann, dass die Verteilung unmittelbar am Markt gerechter geschieht.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Afrika, Indien und Pakistan müssten wie China endlich eine strikte Geburtenkontrolle einführen. Das sind die 3 Hauptbrennpunkte, die den Planeten mit ihrem verantwortungslosen Bevölkerungswachstum aus dem Gleichgewicht bringen und deren ungewollte Massen hinterher millionenfach bei uns im Westen einwandern wollen.
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Das Bevölkerungswachstum ist ein Problem, mindestens so gravierend ist der Wachstumszwang der Industrieländer, welche jetzt schon viel zu viel Ressourcen pro Einwohner beanspruchen.
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