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Immer weniger Umsatz Bahnhofläden laufen Shoppingcentern den Rang ab

Legende: Video Goldgrube Bahnhof abspielen. Laufzeit 03:17 Minuten.
Aus 10vor10 vom 03.05.2018.
  • Der Umsatz der Schweizer Einkaufszentren ging letztes Jahr um 1,1 Prozent zurück.
  • Wahre Goldgruben sind dagegen Läden in Bahnhöfen oder Flughäfen mit vielen Passanten.

In der Schweiz gibt es gegen 200 Shopping-Center. Sie stehen jedoch seit Jahren unter Druck: Überkapazitäten, der wachsende Online-Handel, die Preiserosion und der Einkaufstourismus lassen ihre Umsätze mehrheitlich stagnieren oder gar zurückgehen.

So auch im vergangenen Jahr, wie neue Zahlen von GfK Switzerland zeigen. Immer besser läuft das Geschäft dagegen an den Bahnhöfen. Die Läden machen dort mit gleicher Ladenfläche bis zu drei Mal so viel Umsatz.

Shopping-Center weniger produktiv

So gab es letztes Jahr 2,2 Prozent mehr Verkaufsflächen in den Shopping-Centern. Gleichzeitig setzten sie aber weniger um (-1,1 Prozent). Das bedeutet, dass die Produktivität in vielen Center gemessen an den Verkäufen pro Quadratmeter zurückging, wie GfK schreibt.

Nur sieben hätten je Quadratmeter einen Jahresumsatz von über 10'000 Franken erzielt, wobei das Glatt-Zentrum (13'840 Franken) an der Spitze stand.

Blick in ein Shopping-Center mit Glasabdeckung im Dach.
Legende: Trotz rückläufigem oder stagnierendem Geschäft wuchs die Verkaufsfläche in Einkaufszentren im letzten Jahr. Keystone

SBB verdienen kräftig mit

Ganz anders die Läden an Bahnhöfen und Flughäfen. Dort brachten die pro Quadratmeter viel mehr ein: Am Bahnhof Bern waren es zum Beispiel gut 30'000 Franken, am Zürcher Hauptbahnhof 27'849 Franken und am Zürcher Flughafen knapp 18'000 Franken.

Vom florierenden Geschäft profitiert auch die SBB als Vermieterin der Ladenflächen. Sie kann höhere Mietpreise verlangen. Zudem ist die Nachfrage nach Verkaufsflächen an Bahnhöfen sehr gross, was die Mieten ebenfalls in die Höhe treibt. «Jeder in unseren Bahnhöfen erwirtschaftete Franken fliesst zurück ins System Bahn», sagt dazu SBB-Sprecher Oli Dischoe. «Davon profitieren alle.»

Schlechter als der Detailhandel insgesamt

Die grossen Shopping-Center der Schweiz entwickelten sich 2017 auch etwas schwächer als der gesamte Detailhandel hierzulande. Der Umsatz der Center nahm im Berichtsjahr um 1,1 Prozent ab; im gesamten Detailhandel belief sich das Minus dagegen nur auf 0,7 Prozent.

Allerdings war der Umsatzrückgang in den Centern in den beiden vorangegangen Jahren mit 1,9 Prozent (2016) und 3 Prozent (2015) ausgeprägter gewesen.

So schnitten die grössten Einkaufszentren ab

Glatt 601 Mio. Fr. Umsatz (2017)
stagnierend
Tivoli Spreitenbach
409 Mio. Fr.
stagnierend
Centre Balexert Genf
394 Mio. Fr.
-3,1 Prozent
Schönbühl bei Bern
296 Mio. Fr.-4,5 Prozent

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Die vielen Gross-Einkaufszentren mit ihrer tiefen Flächenproduktivität und das riesige Sortiment mit den hohen Bewirtschaftungskosten sind heute ein Klotz am Bein der beiden Grossverteiler Migros und Coop. Nur ihre starke Duopol-Marktstellung erlaubt ihnen weiterhin die hohen Margen.
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  • Kommentar von Jürg Kunz (Murmel)
    Die Zeiten der grossen Shoppingcenter ist vorbei.Was soll ich auf der "grünen Wiese " mit dem Auto im Stau stehen,wenn ich guten Anschluss in den Bahnhöfen habe . Mobiltät und Umweltbewustsein ist gefragt
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Ganz einfach weil der Einkauf schneller ist in den Bahnhöfen ( kürzerer Weg ), für den täglichen Gebrauch finde ich optimal, für viele die kurz einkaufen wollen.
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