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Wirtschaft Immobilienfonds im Trend

Dank den tiefen Zinsen sind Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser derzeit begehrt. Anlegerinnen und Anleger investieren aber auch immer mehr Geld in Immobilienfonds. Doch dabei bestehen Risiken.

Eine Baustelle im Kanton Genf.
Legende: Immobilienfonds sind laut Experten «relativ krisenresistent». Keystone

Auf der Suche nach Rendite flüchten sowohl Privatanleger als auch Grossinvestoren mit ihrem Geld in Immobilienfonds. Seit der Einführung der Negativzinsen sei die Nachfrage nach Immobilienanlagen angestiegen, sagt Markus Lackner, Analyst beim Vermögensverwaltungszentrum VZ. «Es gibt immer weniger Anlagemöglichkeiten, die noch einen Ertrag abwerfen.»

In Immobilienfonds, die an der Börse kotiert und in einem Index gelistet sind, sind in der Schweiz mittlerweile über 38 Milliarden Franken investiert. Der Aufstieg der Immobilienfonds habe bereits vor gut 15 Jahren begonnen, sagt Lackner. Seither sind die Anzahl und das Volumen der Fonds deutlich gestiegen.

«Relativ krisenresistent»

Robert Weinert vom Immobilienberatungsunternehmen Wüest und Partner erklärt sich den Boom nicht nur mit den aktuell tiefen Zinsen: «Die Immobilienfonds waren in den letzten Jahren relativ krisenresistent.» Bei unvorhergesehenen Ereignissen hätten sie sich jeweils nach einem kurzen Rückgang wieder positiv entwickelt.

Weinert denkt dabei etwa an die Wirren nach dem Franken-Schock oder nach dem Brexit-Entscheid. Doch er verweist auch auf die Schattenseiten. «In einer Zeit, in der das Bevölkerungswachstum ein wenig nachlässt, ist eine noch grössere Sorgfalt bei der Entwicklung von Bauprojekten nötig.» Es besteht die Gefahr, dass mehr gebaut wird als nötig – und Wohnungen, Büros und Ladenflächen leer bleiben. So könnte eine Immobilienblase entstehen, die irgendwann platzt, was zu rasch fallenden Preisen und Renditen führen würde. Für Anlegerinnen und Anleger ist deshalb auch bei Immobilienfonds Vorsicht geboten.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Fr. Widmer (FW)
    Die Welt hat ein neues Schuldenberghoch erreicht mit 152 Billionen Dollar (US Engl. 153 Trillion) 152'000'000'000'000 $ . Und da wollen Investoren immer noch Rendite erwirtschaften? Auf Kosten von wem? Den Mietern, denen es eh immer zuerst an den Kragen geht. Zwei mal mussten wir als 5 köpfige Familie unsere 4,5 Zimmer-Wohnung in Münsingen verlassen - dies innerhalb von 4 Jahren. Und dies nur weil Investoren 30-40 jährige Blöcke einer Totalsanierung unterziehen wollten.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die Mieten bezahlt dann die Sozialhilfe wenn das Kartenhaus bei der kommenden Wirtschaftsflaute ins Wasser fällt . Kapitalismus heisst -die Verluste von den Dummen tragen lassen. Wer ist der Dumme ? Ja immer der Gärtner der den Kapitallsiten den Garten macht.
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  • Kommentar von Elisabeth Frehner-Isenring (Denia)
    Das Grundübel des Kapitalismus! Immer noch mehr Gewinn erzielen zu wollen! Daran scheitern viele! Die Vorsichtigen sind zufrieden, wenn das Geld seinen Wert behält, auch ohne Zinsen! Die Immobilienblase wird kommen! Die Kosten des Unterhaltes und die Wertverminderung der Immobilien werden dann auch zu Buche schlagen! Für den Eigenbenutzer: Eine gute Mischrechnung machen! 1/3 des Wertes als Hypothek im Alter höchstens!
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Zwar mit Ihnen punkto Mischrechnung mit Ihnen einig, fehlt m.E. ein deutlicher Hinweis: Der hier vorgeschlagene Drittel muss sich auf die wertverminderte Immobilie beziehen und nicht auf den heutigen Immobilienwert. Ich befürchte, dass das vielen Hypothekarnehmern nicht gelingen wird; über die Folgen mag ich mir lieber keine Gedanken zu machen.
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