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Inflation: Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale zurzeit gering
Aus Rendez-vous vom 03.11.2021.
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Inflation in der Schweiz Wann Lohnerhöhungen gefährlich werden können

Laut Bundesamt für Statistik ist die Jahresteuerung im Oktober wieder deutlich angestiegen. Eine leichte Inflation schiebt die Wirtschaft an. Grund zur Sorge gibt es gemäss Ökonomen erst, wenn die Löhne für längere Zeit massiv zulegen. Acht Fragen und Antworten zur «Lohn-Preis-Spirale».

Können Lohnerhöhungen tatsächlich gefährlich werden? Ja, und zwar dann, wenn Löhne auf breiter Front deutlich angehoben werden, stärker als es die Teuerung nahelegt. Dann kann es zu einer sogenannten «Lohn-Preis-Spirale» kommen.

Was ist eine «Lohn-Preis-Spirale»? Oft beginnt alles mit Preissteigerungen an verschiedenen Orten. Beispielsweise bei den Rohstoffen, der Energie oder den Bereichen Betrieb, Administration und Wartung (OAM). Unternehmen schlagen die höheren Kosten auf ihre Produkte. Das verteuert unseren Konsum und Gewerkschaften fordern in der nächsten Lohnrunde als Kompensation eine Lohnerhöhung. Die Kosten dafür schlagen Unternehmen wiederum auf ihre Produkte – die Spirale beginnt zu drehen und schraubt die Inflation immer weiter in die Höhe!

Hat die Spirale schon zu drehen begonnen? Was die Schweiz betrifft, gibt das Gros der Ökonominnen und Ökonomen noch Entwarnung. Die Löhne steigen laut einer Umfrage der UBS im nächsten Jahr zwar im Durchschnitt um 0.8 Prozent und damit stärker als die erwartete Jahresteuerung. Doch der Anstieg sei noch immer moderat: Er liege im Durchschnitt der letzten 10 bis 15 Jahre, so die UBS.

Und wie sieht es im Ausland aus? Am grössten ist die Gefahr derzeit in den USA: Dort ist die Inflation deutlich angestiegen auf mittlerweile rund 5 Prozent. Gleichzeitig sieht man, dass auch die Löhne in zahlreichen Branchen deutlich steigen, weil Fachkräfte knapp sind und somit entsprechend umworben werden von Unternehmen. Hier behalten Fachleute die Entwicklung genau im Auge.

Wird die Lohn-Preis-Spirale eigentlich immer durch Lohnerhöhungen angestossen? Nein, überhaupt nicht. Auslöser sind oft Preissteigerungen, wenn etwa Energie, Rohstoffe, Halbfabrikate, Chip, aber auch Fachkräfte plötzlich teurer werden. Das passiert zum Beispiel, wenn die Nachfrage nach Produkten oder Arbeitskräften grösser ist als das Angebot. Die steigenden Preise lassen die Kaufkraft schrumpfen, sodass Angestellte und Gewerkschaften zur Kompensation höhere Löhne fordern.

Warum ist die Lohn-Preis-Spirale so heikel? Weil es sehr schwierig ist, aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen: Die Erwartung, dass die Preise weiter steigen, setzt sich in den Köpfen fest.

Hat es das schon mal gegeben? Ja, beispielsweise nach der Ölkrise 1973. Ein Krieg im Nahen Osten liess die Erdölpreise in die Höhe schnellen. Das heizte die Inflation an. Die Angestelltenverbände forderten einen Teuerungsausgleich bei den Löhnen – und die Spirale setzte sich in Gang.

Wie kann die Spirale gestoppt werden? Notenbanken erhöhen in der Regel die Zinsen. Sie hoffen, dass dadurch Unternehmen und Leute mehr sparen und weniger konsumieren. Das bremst die Nachfrage nach Gütern, bremst den Preisanstieg und damit auch die Inflation. Es besteht aber die Gefahr, dass die Notenbanken mit der Zinserhöhung das Wirtschaftswachstum abwürgen und ein Land in eine Rezession rutscht.

Rendez-vous, 03.11.2021, 12:30 Uhr

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