Zum Inhalt springen

Initiative gegen Attacken Der «Geist von Genf» soll weltweiten Cyber-War bekämpfen

Die Schweiz ist schon lange Geburtsort internationaler Konventionen. Microsoft-Präsident Brad Smith will mit anderen IT-Firmen und Regierungen den Cyber-War bekämpfen. Für die Bekanntmachung der Initiative wählte er bewusst Genf.

Legende: Video Brad Smith über Cyber-Sicherheit (engl.) abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.11.2017.

SRF News: Herr Smith, warum ist Genf der richtige Ort für eine «Digitale Konvention»?

Brad Smith: Die Regierungen der Welt sollten hier zusammenkommen und zusichern, dass sie Cyber-Waffen nicht für zivile Attacken einsetzen. Genf ist ein Ort, wo sich die Welt viele Male in den letzten 150 Jahren getroffen hat. Es begann mit der Gründung des Roten Kreuzes 1863. Es folgten viele weitere Initiativen. Die Welt kam hier zusammen, um chemische Waffen zu verbieten, dann auch um Landminen zu verbieten oder um Atomwaffen abzuschaffen. Und die Schweiz als Nation nimmt die Rolle eines Leuchtturms ein, indem sie das nötige Umfeld dafür schafft. Ich hoffe wir werden auf der ganzen Welt von diesem speziellen Geist von Genf inspiriert.

Wie gross ist die Bedrohung von Cyber-Attacken?

Wir sollten das Problem ernst nehmen. Ein einschneidender Tag war der 12. Mai in diesem Jahr mit der «WannaCry-Attacke». Es traf unter anderem Spitäler in Grossbritannien oder die Telefonkommunikation in Spanien. In Grossbritannien bekamen fast 7000 Patienten nicht die benötigten Medikamente. Es ist also ein Weckruf und wir sollten als globale Gemeinschaft zusammen kommen, um das Problem zu lösen. Der grosse Fehler, den die Welt gemacht hat, war die Bedeutung des Problems zu unterschätzen. Diesen Fehler sollten wir nicht wieder tun.

Sie sind der Kopf der Cyber-Sicherheit bei Microsoft. Welche Anstrengungen unternehmen Sie diesbezüglich?

Bei Microsoft machen wir drei Dinge: Erstens, bauen wir unsere Technologie weiter aus und beschützen unsere Kunden. Ich glaube stark an die weltweiten Cyber-Sicherheitsschranken. Zweitens sprechen wir mit Kunden, Unternehmen und den Regierungen. Ein Sicherheitsgurt beim Autofahren ist nur nützlich, wenn man ihn auch benutzt. Wir versuchen daher unsere Kunden zu ermutigen, die von uns entwickelte Technologie auch zu benutzen. Nicht zuletzt appellieren wir an die Regierungen, mehr zu machen. Vieles davon beinhaltet Drohungen, die zugenommen haben, unglücklicherweise durch Nationalstaaten. Wir benötigen neue internationale Gesetze und wir brauchen Regierungen die handeln.

Der grosse Fehler, den die Welt gemacht hat, war die Bedeutung des Problems zu unterschätzen. Diesen Fehler sollten wir nicht wieder tun.
Autor: Brad SmithPräsident Microsoft

Warum ist das so wichtig für ihr Unternehmen?

Wenn wir in die Zukunft schauen wird jeder Thermostat und jede Verkehrsampel mit dem Internet verbunden sein. Wenn wir in einer besseren und sicheren Welt leben wollen, müssen wir sicherstellen, dass es einen hohen Grad an Cyber-Schutz gibt. Und das bedingt, dass wir uns im IT-Sektor mehr einsetzten und dass auch Kunden und Regierungen mehr tun.

Das Gespräch führte Marc Meschenmoser.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Ziegler (Urs Ziegler)
    Der Geist ist längst aus der Flasche. Die Abhängigkeit von einem funktionierenden Internet steigt exponentiell, deshalb ist die Cyberabwehr längst viel wichtiger geworden als jede Luftverteidigung, leider ist das bei Hr. Parmelin und bei der Armee noch nicht angekommen. Internationale Abkommen können langfristig helfen, aber sie reichen nicht aus. Wir brauchen ein schlagkräftige Cyberdefence jetzt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Alles und jedes ans Internet zu hängen und sich gleichzeitig um die Sicherheit Sorgen machen, erinnert mich an das Buch, "Anletung zum Unglücklichsein" von Paul Watzlawick. Mit mehr Internet wird die Sicherheit nicht steigen, mit mehr Strassen werden die Staus nicht kleiner und mit mehr Medizin wird unser Gesundheitswesen nicht günstiger! Doppelt so viel ist selten doppelt so gut! Wer das Buch gelesen hat, versteht die Realsatire dieses Interviews, es ist Realsatire im wahrsten Sinne!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    der beste firewall ist immer noch der gesunde menschenverstand...geben sie den nicht mit jedem neuen gerät und app, dass da auf den unersättlichen markt geworfen wird einfach ab....am schluss haben wir das ultimative app, dass uns sagt, wann wir ein-und auszuatmen haben...je nach O2 verfügbarkeit. wie weit soll denn diese verblödung und einteignung getrieben werden? it's up to you, to us.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen